Sieg für Opposition
König von Nepal macht Parlamentsauflösung rückgängig

Nach wochenlangen Massenprotesten und einem Generalstreik gegen den autoritär regierenden König von Nepal hat der Monarch die Wiedereinsetzung des vor vier Jahren aufgelösten Parlaments angekündigt. Gynanendra erfüllte damit eine Schlüsselforderung der politischen Parteien, deren Ziel die Wiederherstellung der Demokratie ist.

HB KATHMANDU. König Gyanendra kündigte am späten Abend in einer vom staatlichen Fernsehen und Rundfunk übertragenen Rede an die Nation an, das Parlament werde an diesem Freitag erstmals wieder zusammenkommen.

Eine Reaktion der Oppositionsallianz aus sieben Parteien lag zunächst nicht vor. Die Allianz hatte zuvor für diesen Dienstag die größte Massendemonstration seit Beginn der Proteste für eine Rückkehr des Landes zur Demokratie angekündigt.

Das Land wird seit 19 Tagen durch Streiks und Demonstrationen mehr oder weniger lahm gelegt. Über ein Dutzend Menschen kamen bei gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei seitdem ums Leben, über 1000 wurden verletzt. Angesichts des wachsenden Drucks der Straße hatte der Monarch am vergangenen Freitag ein Kompromissangebot vorgelegt, das die Opposition jedoch als ungenügend zurückwies. Stattdessen beharrte sie weiterhin auf ihrer Forderung nach Wiedereinsetzung des Unterhauses sowie Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung.

Der 58-jährige Gyanendra, der seit Juni 2001 auf dem Thron ist, hatte im Mai 2002 das demokratisch gewählte Parlament aufgelöst. Im Februar 2005 verhängte er den Ausnahmezustand. Gleichzeitig entließ er seine eigene Regierung und riss damit die Macht vollständig an sich.

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