Sierens Welt
Asien würde es Trump schwer machen

Die USA verlieren in Asien an Einfluss, selbst treue Alliierte gehen auf Abstand. Auch wenn Donald Trump jetzt große Töne spuckt – an dieser Entwicklung dürfte er als US-Präsident auch nichts ändern, meint Frank Sieren.
  • 5

PekingWas sagt Donald Trump eigentlich zum Konflikt mit China im Südchinesischen Meer, fragte mich neulich ein chinesischer Freund, als klar wurde, dass Trump nun tatsächlich der republikanische Präsidentschaftskandidat wird. Ich erinnerte mich sofort daran, dass er US-Truppen aus Japan und Südkorea abziehen will. Dafür hat ihn wiederum das nordkoreanische Regime als „weise“ gelobt.

Aber Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht auch das Gegenteil behauptet hätte: Er will die „Macht des amerikanischen Militärs im Südchinesischen Meer gegen China stärken“. Entscheidend ist jedoch, welchen Spielraum er in diesem brisanten Konflikt überhaupt hat, sollte er tatsächlich gewählt werden.

Trump wird nicht mit offenen Armen empfangen: Malaysia und Indonesien sind auf Abstand zu Washington gegangen. Die thailändische Militärregierung orientiert sich in Richtung Russland und China.

Immerhin: Washington kann Manila wieder als Alliierten verbuchen, nach 25 Jahren Abstinenz. Zwar genehmigte frühere Präsident Benigno Aquino III den Amerikanern - anders als erhofft - keine neue Militärbasis. Die US-Armee darf jedoch philippinische Stützpunkte nutzen. Die Freude währte allerdings nur kurz: Der jüngst gewählte Präsident Rodrigo Duterte geht nun schon wieder auf Abstand und bändelt mit China an.

Selbst mit den treuesten Alliierten hat es Washington nicht leicht. So haben die Australier wenig Spielraum in der China-Frage, 30 Prozent des Handels entfallen auf die Volksrepublik. In Südkorea sind zwar 28.000 US-Soldaten stationiert. Eine Äußerung von Vincent Brooks, dem dortigen US-Oberbefehlshaber, hat jedoch jüngst wieder eine Diskussion um Kosten und Sinn der US-Präsenz in Südkorea ausgelöst.

Nachdem Trump behauptet hat, es sei zu teuer, amerikanische Soldaten dort zu stationieren, antwortete der General: Im Gegenteil, dies sei sogar billiger, da Südkorea über die Hälfte der Kosten trage. Prompt diskutierten die Koreaner wieder, ob die Amis ihr Geld noch wert seien: 800 Millionen Dollar kostet die Sicherheit pro Jahr. Die rund zehn Milliarden, die Seoul für eine neue Airbase zahlt, sind dabei noch nicht eingerechnet.

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  • "Die USA verlieren in Asien an Einfluss, selbst treue Alliierte gehen auf Abstand. Auch wenn Donald Trump jetzt große Töne spuckt – an dieser Entwicklung dürfte er als US-Präsident auch nichts ändern, (...)."

    Na, Gott sei Dank herrscht wenigstens immer noch ein gewisses "globales Gleichgewicht", das verhindert, dass durchgeknallte Egomanen nach Belieben machen können was sie wollen.

    Das reicht aber nicht.

    Deshalb nicht, weil trotzdem VIEL zu viele Menschen unter dem derzeitigen - nicht nur längst nicht mehr zeitgemäßen (was ihr "Repräsentationspotenzial" angeht), sondern aufgrund verschiedener (neu hinzugekommener) Einflüsse viel zu "groben", d.h., den Willen der Bürger nicht mehr repräsentierenden (bzw. abbildendenden) obsolet-musealen politischen System zu leiden haben!!!

  • Vor fast 20 Jahren, 1997, beschrieb Zbigniew Brzezinski, Sicherheitsberater von Präsident Carter, seine Vorstellungen von Amerikas Strategier zur Sicherung der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Vorherrschaft als einzig verbliebenen Weltmacht.
    Dazu formulierte er kurzfristige Ziele für einen Zeitraum von 5 Jahren und mittelfristige Ziele für 20 Jahre. Im Fünfjahreszeitraum fand nine-eleven statt. Die darauf folgende Reaktion bracht die heutige Lage der Weltregionen.

    Nimmt man die nächste Präsidentschaftswahl in den USA zur Wendemarke, dann sollten die Ziele für die nächste Legislatur und für den Zeitraum bis 2035 erarbeitet werden.
    Wer "Die einzige Weltmacht" gelesen hat, wird erkennen, dass manches völlig anders gelaufen ist, als es der Verfaser gewünscht und gewollt hatte. Die gefürchtete eurasische Verbindung von Russland, Zentralasien und China steht kurz vor der Vollendung. Die Dominanz Chinas geht heute schon bis Malaysia, Thailand und Birma, d. h. vom südchinesischen Meer bis weit in den Indischen Ozean.

    Bald könnten Öl- und Gaspuipelines von Russland, Kasachstan, Aserbaidschan und Iran über Pakistan nach Indien und Bngladesch führen. Damit wäre Asien mit China und Indien unabhängig von den Lieferungen aus Nah Ost. Darauf kann dann Amerika nur noch wenig Einfluss nehmen. Kriege der USA in islamischen Staaten haben dazu wesentlichen Anteil gehabt. So ist der Stand heute.

    Ein Präsident Trump hätte alle Chancen auch noch die EU, die Türkei, Südamerika und ganz Afrika zu verprellen. Wo stünde die "einzige Weltmacht". dann?

    China hat seine Wirtschaftsleistung von 1997 bis 2012 Vervierfacht. Bis 2022 erfolgt eine weitere Verdopplung. Bei einem Wachstum von wenuiger als 3 Prozent sind die USA 2030 micht mehr die führende Volkswirtschaft in der Welt. Welche Kapriolen wird der Kampf der Ideologien um die Weltherrschaft wohl treiben? Diese Zukunft hat bereits seit August 2015 begonnen.


  • UND DAZU GEHÖRT auch in Zeiten nach der jetziger Naturkatastrophe bis zum erscheinen der nächste Naturkatastrophe mit den Notwendigkeiten zu beginnen um die kommende Katastrophen mit weniger Schaden für Leib und Eigentum dann besser zu überstehen !

    UND WUNDERLICH WIRD DABEI ZUM VORSCHEIN KOMMEN WELCHEN WELTWEITEN WIRTSCHAFTSWUNDER ALLEINE DIESE MAßNAHMEN SICH AUSWIRKEN WERDEN !

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