Sigmar Gabriel in Iran
Erster!

Es war eine heikle Reise, auf die sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Sonntag begeben hat. Erster zu sein, heißt auch immer als erster vor den Fettnäpfchen zu stehen. Die Bilanz eines historischen Besuchs im Iran.
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BerlinEs waren zwei Welten, die aufeinander prallten. Hassan Rohani, weltlicher Führer des Iran, der kritische Journalisten verschwinden und Homosexuelle hinrichten lässt, auf der einen Seite und Sigmar Gabriel, Wirtschaftsminister Deutschlands, auf der anderen Seite. Unterdrücker trifft Sozialdemokrat. Seit Sonntag weilt Gabriel im Iran, am heutigen Dienstag endet die Reise in Isfahan.

Gabriel ist der erste Vertreter des Westens dieses Rangs, der nach der Unterzeichnung des historischen Atomabkommens mit einer ausgesuchten Wirtschaftsdelegation in den Iran gereist ist. Für wie wichtig die Iraner den Besuch des Vizekanzlers einschätzten, zeigten die Treffen, die anberaumt wurden. Gabriel traf nicht nur seine Amtskollegen, den Ölminister Bidschan Namdar Sangeneh, den Industrieminister und den Energieminister Hamid Chitchian, sondern auch den ranghöheren iranischen Präsidenten Hassan Rohani.

Sein Anliegen war von Anfang an klar: Gabriel will den deutschen Unternehmen einen Startvorsprung verschaffen. Wenn Iran sich an die Vereinbarungen im Atomabkommen hält, könnten bereits Anfang nächsten Jahres ein Teil der gegen Iran verhängten Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

„Es war wichtig zu zeigen, dass sich Frieden lohnt“, resümierte Gabriel seine Reise im Gespräch mit der ARD. Frieden für Wohlstand, so lautet seine Rechnung. Obwohl Iran über große Ölvorkommen verfügt, können sie nicht umfassend gehoben werden. Es fehlt das moderne Equipment. Dort könnten deutschen Unternehmen aushelfen.

Ölminister Sangeneh verwies bei Gabriels Besuch auf Milliardenvorhaben in der Petrochemie. „Es gibt kein Land in der Welt, wo die Petrochemie so leicht zu haben ist und so billig“, sagte er. „Wir haben vor, in Kürze unsere Kapazitäten in der Gasförderung auszubauen und die Ölproduktion auf 4,7 Millionen Barrel auszubauen“, versprach er.

Einen ersten Schritt hin zu mehr Zusammenarbeit wurde bereits besiegelt: Gabriel und Sangeneh kündigten an, die gemischte deutsch-iranische Wirtschaftskommission wiederzubeleben.

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  • --@ Herr Thomas Wieder

    Meine Frau ist aus dem IRAN, also schreiben sie hier doch bitte nicht so einen Mist, den sie sich offensichtlich aus BILd & Co iwo zusammen geschrieben haben.

    Es stimmt, IRAN ist nicht nur das Land unserer Urväter, es ist außerdem eine sehr alte und extrem friedliebende Hochkultur. Und im Gegensatz zu IS-rael halten sich die Perser sogar an die UN-Beschlüsse.

    Warum zählen sie denn hier nicht die ganzen Heldentaten von IS-rael auf? Angefangen damit, wie sie die Besitzer des Landes (Palestinser..) behandeln, wie sie mit Völkermord und Brandbombe in GAZA Kinder und Frauen ermorden u.s.w. ?



  • Warum nur immer die Polarisierung Iran vs Israel?
    Der deutsche Wirtschaftsminister ist in Iran gelandet, um Geschäfte anzuschieben., vor kurzen war er in Saudi Arabien, ein Land, ohne das der IS nicht zu dem hätte werden könne, was es jetzt ist. Iran ist ein unglaublich weltoffenes und gastfreundliches Land mit vielen ungenutzten Ressourcen. Es gilt Religionsfreiheit, auch für die Juden: http://reisebilder.marotte.de/juden-iran/
    Die meisten Iraner (>70%) sind unter 25 Jahre alt und im Internet ebenso zu Hause wie andernorts (die Zensur sperrt weniger Seiten als die Türkei).
    Also laßt das gemäkel, ob irgend ein Mullah was gegen Israel sagt, man mußte dann vielleicht auch mal die Drohungen aus Israel thematisieren, Iran bei passender Gelegenheit anzugreifen: besucht Isfahan, solange es es noch gibt:

  • Iran strebt mit allen Mitteln nach Hegemonie in Nahost.Über Proxis wie Hisbolla,Hamas,das Assad-Regime u.a. hat es die gesamte Region destablisiert, weitgehend Irak,Syrien ,Libanon und Jemen unter seine Kontrolle gebracht und steht weltweit hinter Terroranschlägen (ein Beispiel, das jüdische Kulturzentrum in Buenos Aires). Es tritt die Menschenrechte im eignen Land mit Füssen, mit Massenhinrichtungen von "Ehebrechern",Schwulen und anderen Unglücklichen.

    Wenn dies Ihre Vorstellung von "friedliebenden Freunden" ist,dann darf man dazu nur gratulieren.

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