Sigmar Gabriel in Paris: Dinner for none

Sigmar Gabriel in Paris
Dinner for none

Fauxpas-Gefahr: Frankreichs Präsident Hollande hat keine Zeit für Bundeswirtschaftsminister Gabriel. Zum angedachten Abendessen wird stattdessen Premier Ayrault geschickt. Doch dem gibt nun der Vizekanzler einen Korb.
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ParisBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel verzichtet freiwillig auf ein exquisites Abendessen in höchst exklusivem Kreis in Paris: Der SPD-Chef hat Frankreichs Premier Jean-Marc Ayrault einen Korb gegeben. Gabriel wollte den deutsch-französischen Finanz- und Wirtschaftsrat am Montag in Paris gerne etwas ausdehnen und schon am Abend vorher anreisen, um sich zum Dinner mit Staatspräsident François Hollande zu treffen.

Den kennt Gabriel noch aus gemeinsamen Oppositionszeiten. Schon damals bemühte sich Gabriel um ein möglichst enges Einvernehmen mit Hollande, der im Herbst 2011 noch als Präsidentschaftskandidat zum Parteitag der SPD reiste und im vergangenen Jahr, da bereits als Regierungschef, an der 150-Jahr-Feier der Sozialdemokraten teilnahm.

Doch an diesem Sonntagabend hat Hollande keine Zeit für Gabriel. Die Franzosen, um Höflichkeit und gute Stimmung bemüht, offerierten stattdessen ein Abendessen mit Premier Jean-Marc Ayrault. Wenig feinfühlig sagte Gabriel einfach ab. Aus dem diner pour deux wurde ein Dinner for none. Es fällt schwer, darin keinen Patzer zu sehen, der Ayrault unangenehm aufstoßen muss.

Doch es gibt auch eine für Gabriel schmeichelhafte Interpretation: Danach ist dem SPD-Chef nach längerem Nachdenken aufgefallen, dass er am Montagmorgen ja gemeinsam mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Bundesbankpräsident Jens Weidmann in Paris von Finanzminister Pierre Moscovici empfangen wird.

Da wäre es doch Schäuble und Weidmann gegenüber unhöflich gewesen, bereits am Abend vorher alleine anzureisen, um die sozialdemokratische Achse Berlin – Paris zu pflegen. Um dieser Variante den Vorzug zu geben, muss man allerdings unterstellen, dass bei Gabriel das Nachdenken über die Wirkung eines exklusiven Diners auf den Koalitionspartner erst nach Hollandes Absage einsetzte – was eher unwahrscheinlich ist.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

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  • Da nun Gabriel beisitzendes Mitglied der CDU-Fraktion ist, wird er sich sowieso nur noch unfreiwillig mit Sozialpartei-Mitgliedern abgeben. Wozu braucht er jetzt noch die SOZIs? Er hat es doch an den großen Fressnapf geschafft. Wie man das schafft, ist doch egal. Wichtig ist, dass das Gehalt stimmt. Der Rest ist Nebensache.

  • Ein wenig Diät Herr Gabriel, wäre vielleicht keine schlechte Idee, und ein wenig Bescheidenheit dazu wird wohl den meisten im Berliner Zirkus noch schwerer fallen.

  • Hollande muss sich an dem Abend auf dem Moped zu seinen verschiedenen Frauen fahren. Ich meine der Mann ist voll ausgelastet. Trierweiler ist keine einfache Person und die liegt jetzt im Krankenhaus. Gabriel hat voll Recht sich da nicht vorführen zu lassen. Hollande hat sowieso Probleme sich irgendwie festzulegen. 4 Kinder mit einer Royal und konnte sich nicht entschließen sie zu heiraten. Dann macht er seinen Freundin zur Ersten Dame.

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