Simbabwe
Internationale Zweifel an Mugabes Wahlsieg

Wahlbeobachter der Afrikanischen Union und aus Südafrika haben den Ausgang der Wahl in Simbabwe gut geheißen. Doch die USA und Europa sprechen von Unregelmäßigkeiten.
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HarareNach der Präsidentenwahl in Simbabwe sind Zweifel am Sieg des langjährigen Amtsinhabers Robert Mugabe laut geworden. Der nach offiziellen Angaben erneut unterlegene Herausforderer Morgan Tsvangirai kündigte am Wochenende rechtliche Schritte gegen das Ergebnis an. Die USA und die Europäische Union (EU) sprachen von erwiesenen Unregelmäßigkeiten, die den Verdacht massiver Wahlfälschungen nahelegten. Auch unabhängige Beobachter aus Simbabwe äußerten sich kritisch. Dagegen hießen Beobachter der Afrikanischen Union (AU) und der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) den Wahlausgang gut. Die SADC rief Tsvangirai auf, das Ergebnis zu akzeptieren.

Der 89-jährige Mugabe, der das Land im südlichen Afrika seit dessen Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 regiert, war am Samstag zum Wahlsieger erklärt worden. Der Wahlkommission zufolge gewann er die Abstimmung bereits im ersten Durchgang mit etwas mehr als 61 Prozent. Auf Tsvangirai entfielen danach 34 Prozent. Der Herausforderer des Staatschefs, der das Amt des Ministerpräsidenten bekleidet, sprach von einem Rückschlag in den Bemühungen, die Krise in dem Land im südlichen Afrika beizulegen. Er werde vor dem Obersten Gericht Beweise für einen "riesigen Betrug" vorlegen, sagte ein sichtlich verärgerter Tsvangirai. Er werde auch die AU und die SADC anrufen.

US-Außenminister John Kerry sagte, sein Land glaube nicht, dass das verkündete Wahlergebnis dem Willen des Volkes entspreche. Er forderte AU und SADC auf, den Vorwürfen nachzugehen. Zugleich mahnte Kerry, auf Gewalt zu verzichten. Die Kritik wurde von inländischen Wahlbeobachtern geteilt. Sie sprachen von Problemen bei der Registrierung. Als Folge seien etwa eine halbe Million Menschen bei der Stimmabgabe abgewiesen worden.

Mugabe wies die Kritik zurück. Sein Wahlkampfmanager Emmerson Mnangagwa sagte, Tsvangirai und seine Bewegung für den Demokratischen Wandel (MDC) hätten "das demokratische Recht, das Falsche zu tun". Sie bewegten sich aber in eine Sackgasse.

Beobachter der SADC äußerten sich erleichtert, dass Gewalttätigkeiten wie bei der Wahl 2008 bislang ausgeblieben seien. Damals waren bei Zusammenstößen mehr als 200 Anhänger Tsvangirais getötet worden. Westliche Beobachter waren dieses Jahr zur Wahl nicht zugelassen worden. (Reporter Nelson Banya und MacDonald Dzirutwe; geschrieben von Volker Warkentin; redigiert von Andreas Kenner)

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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