Simbabwe

Mugabe droht westlichen Unternehmen mit Enteignung

Nach seiner Wiederwahl hat Simbabwes Präsident Mugabe ausländischen Firmen mit Enteignung oder Ausweisung gedroht. Noch ließe man sie gewähren – doch irgendwann werde man die Geduld verlieren, so Mugabe.
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Simbabwes Präsident Robert Mugabe schlägt kurz nach seiner Wiederwahl einen scharfen Ton gegenüber dem Westen an. Quelle: ap

Simbabwes Präsident Robert Mugabe schlägt kurz nach seiner Wiederwahl einen scharfen Ton gegenüber dem Westen an.

(Foto: ap)

HarareSimbabwes Präsident Robert Mugabe hat ausländischen Firmen mit Enteignung oder Ausweisung gedroht. „Irgendwann werden wir die Geduld verlieren“, sagte der 89-Jährige am Sonntag vor Anhängern am Rande einer Trauerfeier in Harare. Simbabwe brauche „keine Ideen aus London oder Washington“. Noch habe seine Regierung ausländische Firmen gewähren lassen. „Aber es kommt eine Zeit, wo wir sagen: Wie Du mir, so ich Dir.“

Mugabe regiert das Land seit 1980. Seine Wiederwahl vor wenigen Wochen war hoch umstritten, auch westliche Länder hatten Skepsis geäußert.

Mugabe sieht seinen jüngsten Wahlsieg als Mandat für die Vollendung seines sogenannten Ermächtigungsgesetzes. Danach soll langfristig der Besitz von Ausländern und Weißen auf schwarze Simbabwer übertragen werden.

Bereits im Jahr 2000 mussten Tausende weiße Landwirte ihr Land abgeben – ein Schritt, der von der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien scharf kritisiert wurde. Inzwischen müssen Unternehmen zu mindestens 51 Prozent in der Hand von Schwarzen sein.

  • ap
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10 Kommentare zu "Simbabwe: Mugabe droht westlichen Unternehmen mit Enteignung"

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  • exakt meine Meinung! Afrika's Schätze wurden nun mehr als genug von den sogenannten Entwicklungshelfern bzw. Industrieländer, die gleichzeitig auch Kolonialmächte sind, geplündert.
    wenigstens ein Präsident in Afrika, der sich dagegen wehrt!! jeder andere ließe sich leider von den Kolonialmächten/ Industriestatten kaufen

  • arare zu holen und ihnen dort umfangreiche Vollmachten in der Staatsbank zu verleihen. Soweit die Darstellung des Großteils der simbabwischen Bevölkerung.

  • Toller Beitrag!
    Die Friedrich-Ebert-Stiftung wollte also die Wahl manipulieren.
    Mein Vorschlag: Rauchen Sie mal etwas Anderes, das tut Ihnen vielleicht weniger das Hirn vernebeln.

  • Was ist der Unterschied zwischen Gastarbeitern, Einwanderern und Kolonisten bzw. Kolonisatoren?
    Tsvangirais Idee, das simbabwische Volk durch Sanktionen auszuhungern und sich anschließend als Retter der Nation darzubieten scheiterte daran, dass die seit Jahrzehnten kolonialisierten Simbabwer standhafter sind, als die hinters Licht geführte Welt glaubte. Dies zeigten sie erneut durch ihre Stimme auf dem Wahlzettel. Weder der britische Strohmann M. Tsvangirai, die EU- und US- Sanktionen als auch die deutsche Entwicklungshilfe (!) sowie die Friedrich Ebert Stiftung konnten dies verhindern.
    Bereits 2002, als Tsvangirai erkannte, ungenügend Stimmen des Volkes zu erhalten, begann eine Kampagne in Form von Verleumdung und Propaganda gegen R. Mugabe. Seine Idee, Sanktionen auf die simbabwische Wirtschaft zu verhängen, zeigte Interesse und Wirkung. Und verschaffte ihm 2008 sein politisches Amt als Ministerpräsident. Er verriet im Namen seiner Gönner aus Berlin, London, Brüssel und Washington sein Land und sein Volk.
    Mit Antritt seines Amtes als Ministerpräsident werden die Sanktionen gelockert, so sein Plan.

    Ein letzter Versuch der Verunglimpfung demokratischer Wähler, ausgehend von beispielsweise den deutschen Entwicklungsminister (gib einen Euro Hilfe, nimm 1,80 Euro aus Bodenschätzen) als auch weiteren Lobbyisten und Gesandten des britischen Empires bezüglich eines eventuell möglichen Wahlbetrugs, nachdem es ziemlich sicher war, zu wessen Gunst die Wahl erneut verlaufen wird, brachten keinen Erfolg.

    Sowohl in Wirtschaftspolitik als auch in der Landreform bietet sich dem Westen Oppositionsführer Morgan Tsvangirai ein loyaler Kooperationspartner an. Die Gründe sind offensichtlich:
    Tsvangirai verfügt über gute Kontakte unter anderem nach Berlin, etwa zur Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD), die 1999 an der MDC-Gründung beteiligt war. Der Oppositionsführer hatte u.A. in Aussicht gestellt, nach seinem Amtsantritt als Staatspräsident Mitarbeiter der deutschen Bundesbank nach H

  • Was würde passieren, wenn hier jemand verlangt, die türkischen Unternehmer zu enteignen????

  • „Baba Mugabe“, wie der Präsident Zimbabwes liebevoll von seinem Volk genannt wird, ist gefeierter Präsident eines an Bodenschätzen reichen Landes. Einst als Retter des Landes vor Kolonisierung und Plünderung, schützt er auch heute sein Volk vor erneuter Invasion. Und dies recht erfolgreich. Denn ein solch herrliches Land verdient seine Freiheit.

  • Adolf Hitler hat auch so angefangen. Wahrscheinlich wird auch dieses Mal die Welt wegschauen wenn Menschen in KZ kommen... Traurig, dass man aus der Geschichte nichts gelernt hat.

  • O-Ton Handelsblatt
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    Mugabe droht westlichen Unternehmen mit Enteignung
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    Kaum zu glauben, daß es in dem Zombiestaat überhaupt noch ausländische Unternehmen gibt.

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einem Land wo ein Geistesgestörter regiert, überhaupt Ausländer Geld investiert haben (abgesehen von Geschäften im Zusammenhang mit Waffen-, Drogen- und Frauenhandel).



  • Vor dreissig Jahren hätte er sich bei seinem revolutionaeren Weitblick auch um einen Ministerposten in Brüssel bewerben können.
    Vertane Chance.

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