Simbabwe
Mugabe verliert die Parlamentswahl

Die Partei des simbabwischen Staatschefs Robert Mugabe hat nach jüngsten offiziellen Ergebnissen die Mehrheit im Parlament verloren. Der einst gefeierte Held des Unabhängigkeitskampfes seines Landes herrschte seit 1980 und hat Simbabwe in den Ruin getrieben.

HARARE. Die Regierungspartei von Präsident Robert Mugabe hat bei der Parlamentswahl ihre Parlamentsmehrheit eingebüßt. Wie die nationale Wahlkommission am Mittwoch, vier Tage nach dem Urnengang, mitteilte, kann die Nationalunion Simbabwes - Patriotische Front (ZANU-PF) nicht mehr mit einer absoluten Mehrheit rechnen.

Die oppositionellen Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC), Morgan Tsvangirai, gewann den Angaben zufolge nach Auszählung von 199 der 210 Wahlkreise 105 Sitze, die ZANU-PF kam auf 93 Mandate. Ein unabhängiger Kandidat, Mugabes früherer Informationsminister Jonathan Moyo, behielt demnach sein Parlamentsmandat.

Eine MDC-Splitterfraktion unter dem früheren Studentenführer Arthur Mutambara errang neun Parlamentssitze, wie die Wahlkommission weiter mitteilte. Offen waren nur noch acht Mandate. Drei Kandidaten starben vor der Parlamentswahl.

Bei der am Samstag gleichzeitig abgehaltenen Präsidentschaftswahl beanspruchte die Opposition den Sieg für sich. Tsvangirai habe nach Parteiberechnungen die absolute Mehrheit errungen, sagte der MDC-Generalsekretär Tendai Biti in Harare.

Da MDC-Chef Tsvangirai 50,3 Prozent der Stimmen erzielt habe, sei eine Stichwahl nicht erforderlich. Mugabe kam seinen Angaben zufolge auf 43,8 Prozent. Amtliche Ergebnisse der Präsidentschaftswahl lagen noch nicht vor.

Staatliche Medienberichten zufolge stand Simbabwe vor einer Stichwahl zwischen Mugabe und Tsvangirai. Die Ergebnistrends zeigten, dass bei der Präsidentschaftswahl weder Mugabe noch Tsvangirai die nötige Mehrheit von mehr als 50 Prozent erhalten hätten, berichtete die Zeitung "The Herald", die als Sprachrohr der Regierung gilt.

Aus Kreisen der ZANU-PF verlautete, Tsvangirai habe bei der Präsidentschaftswahl rund 48 Prozent der Stimmen gewonnen. Da er die absolute Mehrheit verpasst habe, werde es eine Stichwahl zwischen ihm und Mugabe geben.

Berichte über eine angebliche Bereitschaft des 84-jährigen Staatschefs, auf die Macht zu verzichten, bestätigten sich am Mittwoch zunächst nicht. Aus der ZANU-PF und aus diplomatischen Kreisen hatte es am Dienstagabend geheißen, Mugabe sei zum Rücktritt bereit, "weil er sich nicht in einer Stichwahl blamieren will".

"Morgan Richard Tsvangirai ist der nächste Präsident der Republik von Simbabwe, ganz ohne einen zweiten Wahlgang", sagte Biti. Der Oppositionschef sei aber bereit, in einer Stichwahl gegen den Amtsinhaber anzutreten, obwohl er sich seines Siegs mit absoluter Mehrheit sicher sei.

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