Simbabwe
Opposition erklärt Mugabes Niederlage

In Simbabwe hat sich die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Eine Stichwahl sei nicht notwendig, da MDC-Chef Morgan Tsvangirai die verfassungsgemäß vorgeschriebene Hürde mit 50,3 Prozent erreicht habe.

HB JOHANNESBURG/HARARE. In Simbabwe mehren sich die Anzeichen für eine Niederlage von Staatschef Robert Mugabe bei den Wahlen vom Samstag. Die Regierungszeitung „The Herald“ räumte am Mittwoch erstmals offiziell ein, dass Mugabe, der das Land seit 28 Jahren regiert, die Wiederwahl nicht gelungen sei.

Auf einer Pressekonferenz in der Opposition in der Hauptstadt Harare sagte MDC-Generalsekretär Tendai Biti: „Tsvangirai hat die Wahl gewonnen.“ Er sei der nächste Präsident Simbabwes.

Biti berief sich auf die Parallelauszählung der bisher veröffentlichten Einzelergebnisse aus den Wahllokalen. Mugabe habe nach diesem Ergebnis lediglich 43,8 Prozent der Stimmer erhalten, der ehemalige Finanzminister Simba Makoni etwa 7 Prozent.

Nun sei es Zeit für einen Neuanfang, betonte Biti, um das am Boden liegende Land wieder auf Vordermann zu bringen. Die Parallel-Auszählung fand unabhängig von der offiziellen Wahlkommission statt. Von offizieller Seite gab es auch vier Tage nach der Wahl keine Ergebnis der Präsidentschaftswahl.

Die US-Regierung forderte die Behörden in Simbabwe auf, zügig die Wahlergebnisse zu veröffentlichen. Die Menschen hätten eindeutig für einen Wechsel gestimmt, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Gordon Johndroe, am Dienstagabend. Die Wahlkommission müsse nun die Ergebnisse bestätigen, die bereits von einzelnen Wahllokalen und Nichtregierungsorganisationen bekannt seien.

Unter der Führung des seit 1980 zunehmend autokratisch regierenden Präsidenten Robert Mugabe schrumpfte die Wirtschaft des einstigen afrikanischen Modellstaates in nur einem Jahrzehnt um etwa ein Drittel. Die Inflation ist mit etwa 105 000 Prozent die höchste der Welt, die Arbeitslosigkeit liegt bei 85 Prozent. In der Krise brach das Gesundheitssystem zusammen, nun grassiert die Aids-Epidemie weitgehend ungebremst. Die durchschnittliche Lebenserwartung ging von 55 auf 35 Jahre dramatisch zurück.

Am Anfang der Krise standen hohe Militärausgaben wegen Simbabwes Einmischung in den Bürgerkrieg der Republik Kongo und eine chaotische Landreform. Mugabe hatte die Enteignung von etwa 4000 Farmen in weißem Besitz mit insgesamt neun Millionen Hektar Land angeordnet.

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