Simbabwe
Oppositionschef Tsvangirai boykottiert Stichwahl

Simbabwes Oppositionschef Morgan Tsvangirai wird nicht an der Stichwahl um das Präsidentenamt teilnehmen. Freie und faire Wahlen seien unter den derzeitigen Verhältnissen unmöglich, begründete Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) seine Entscheidung am Sonntag.

HB HARARE. Er warf dem Staatsapparat zudem vor, den amtierenden Präsidenten Robert Mugabe zu unterstützen und dessen Wiederwahl sicherzustellen. Nach einem Wahlboykott Tsvangirais würde Mugabe laut Verfassung automatisch für eine weitere fünfjährige Amtszeit vereidigt. Ein MDC-Vertreter sagte, die Bewegung erhoffe sich durch den Boykott ein entschiedeneres Handeln unter anderem der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union.

Mugabe-Anhänger hatten am Sonntag nach Angaben der MDC eine Wahlkampfveranstaltung Tsvangirais in der Hauptstadt Harare angegriffen. Tausende jugendliche Milizionäre hätten - bewaffnet mit Eisenstangen und anderen Waffen - Journalisten und Wahlbeobachter angegriffen, teilte die MDC mit. Die Polizei habe daraufhin Tränengas eingesetzt. Ob Tsvangirai zu dem Zeitpunkt schon auf der Veranstaltung war, blieb unklar.

Die Stichwahl sollte eigentlich am kommenden Freitag stattfinden. Tsvangirai hatte den ersten Wahlgang der Präsidentenwahl Ende März gewonnen, die absolute Mehrheit nach offiziellen Angaben aber verfehlt. Wegen des Streits um den Wahlausgang kam es in Simbabwe zu Unruhen.

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