Simbabwes Machthaber
Mugabe steht weitere fünf Jahre an der Spitze

Einst galt Simbabwe als Vorzeigestaat Afrikas. In den vergangenen Jahrzehnten hat Präsident Mugabe das Land jedoch in den Ruin geführt. Trotzdem wurde er wieder zum Wahlsieger erklärt - und regiert weiter.
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Addis Abeba/ HarareSimbabwes umstrittener Langzeit-Präsident Robert Mugabe (89) steht für weitere fünf Jahre an der Spitze des südostafrikanischen Landes. Der autoritär regierende Staatschef wurde am Donnerstag im Stadion der Hauptstadt Harare vereidigt und tritt damit seine siebte Amtszeit an. 50.000 Menschen, darunter auch mehrere afrikanische Staats- und Regierungschefs, nahmen an der Zeremonie teil. „Ich konnte diese Feier nicht verpassen, sie ist historisch“, sagte Mugabe-Anhänger Samson Karombo (67). Die Opposition hatte Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung am 31. Juli beklagt.

Das Verfassungsgericht des südostafrikanischen Landes bestätigte den Wahlsieg des seit 33 Jahren regierenden Politikers erst zu Wochenbeginn. Mugabes Gegenkandidat, Regierungschef Morgan Tsvangirai, und dessen Partei MDC boykottierten die Feier. „Die Wahlen wurden uns gestohlen, und jetzt feiern die Diebe ihre Beute“, sagte Tsvangirais Sprecher Luke Tamborinyoka. „Da machen wir nicht mit.“

Offiziellen Angaben zufolge hat Mugabe die Wahl mit 61 Prozent der Stimmen gewonnen. Er war vor 1980 zunächst zum Regierungschef gewählt worden und ist seit 1987 Präsident.

Bürgerrechtsorganisationen bemängelten schon vor der Abstimmung, dass sich bis zu eine Million größtenteils junge Bürger nicht in den offiziellen Wählerlisten wiederfinden würden. Die USA, Deutschland und die Vereinten Nationen hatten ebenfalls Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl geäußert. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) beklagte „mangelnde Transparenz“. Südafrika und andere afrikanische Staaten erkannten dagegen den Sieg Mugabes an.

Mugabe wurden in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Kritiker werfen ihm vor, das einst blühende Land wirtschaftlich völlig heruntergewirtschaftet zu haben. Nach den von blutiger Gewalt überschatteten Wahlen 2008 bildete er zusammen mit Tsvangirai eine „Regierung der nationalen Einheit“. Bei der Wahl 2013 blieb es immerhin friedlich.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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