„Der Handel mit Griechenland ist eingebrochen“

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Beitritt zur Euro-Zone: „Nicht jetzt!“

Aber wie haben Sie die bulgarischen Zoll- und Steuerbeamten dazu gekriegt, ordentlich zu arbeiten? Es reicht ja nicht, einfach nur 20 Prozent der Beamten zu entlassen.

Wir haben sogar ein Drittel der Zollbeamten gefeuert. Und, naja, erst einmal wird man ja die Schlechtesten los. Wir haben interne Prüfungen gemacht, wer von den Steuerbeamten überhaupt korrekt eine Steuererklärung ausfüllen kann. Viele konnten es nicht und wurden entlassen. Außerdem haben wir elektronische Zollerklärungen eingeführt. Der Zoll wird nicht mehr an der Grenze gezahlt, sondern nur noch elektronisch abgewickelt. Dadurch gibt es keine persönlichen Kontakte mehr, die Korruption wird eingedämmt. Das war die wichtigste Einzelmaßnahme und sie funktioniert. Das haben wir von Estland gelernt.

Bulgarien hat eine extrem scharfe Schuldenbremse in seiner Verfassung verankert: Nur zwei Prozent Haushaltsdefizit. Sie sagten, Sie haben auch mit anderen EU-Staaten über Bulgariens Financial Stability Act gesprochen. Soll auch Deutschland zwei Prozent Defizit als Obergrenze einführen?

Das sollte für alle EU-Länder gelten, das sollte jede Regierung in ihre Verfassungen schreiben. Und je kleiner das Land, desto strikter die Obergrenze. Denn umso größer ist ja die Volatilität in Krisen und mit unserem Instrument würde man dann auch in einer Krise die Maastrichtgrenze von drei Prozent nicht reißen.

Also auch Italien, Frankreich und Deutschland sollen sich auf maximal zwei Prozent Haushaltsdefizit verpflichten?

Ich denke ja. Um nicht in Krisen über die drei Prozent zu kommen. Und die Regierungen haben, wenn das in der Verfassung so verankert ist, nicht das Recht Budgetplanungen mit über zwei Prozent Defizit durchzusetzen. Sonst fliegen sie automatisch.

Angesichts der Krise in der Euro-Zone – will Bulgarien noch immer die Gemeinschaftswährung einführen?

Ja, wir sind seit 15 Jahren auf dem Weg dort hinein. Seither haben wir unsere Währung Lew erst an die D-Mark und dann an den Euro gekoppelt. So haben wir alle negativen Folgen davon abbekommen, konnten in Krisen nie abwerten. Aber das Positive des Euros haben wir noch nicht bekommen, wie die niedrigeren Zinsen. Wir sind den Weg lange gegangen, jetzt wollen wir auch das Ziel erreichen.

  • 06.11.2011, 00:41 UhrAnonymer Benutzer: Fer

    The minumum wage per month should be at least 260 EUR=500 BGL because the normal everyday spending per person in BG is around 500 BGL. The problem is that it is impossible to make a sharp increase of the minimum wage, it should be done gradually in the next 5 or 10 years in order to slightly increase the standart of living of ordinary bulgarians.

  • 05.11.2011, 14:16 UhrAnonymer Benutzer: mio

    Die monatlichen Lebenshaltungskosten in Bulgarien betragen rund 260 Euro (500 Leva) pro Person. Ab dieser Summe kann man also ein erträgliches Leben in Bulgarien führen. Von daher sind das zweifache von 135 Euro nicht so wenig wie es sich anhört.

  • 04.11.2011, 20:18 Uhrmarketbg

    Ach, mein Gott, es stimmt ja, mit dem 2-fachen von 135 Euro lebt man ja wie im Schlarafenland.Es ist ja fast Hartz IV Summe! Mike, es gibt ein altes lied von Fredy: Junge, komm mal wieder, komm wieder nach Haus... Folge dem Lied, vielleicht wirst Du dann ein anderes Lied singen...

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