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Simeon Djankov: „Der Handel mit Griechenland ist eingebrochen“

Bulgariens Vizepremier Simeon Djankov hat das härteste aller Sparprogramme in Europa durchgesetzt. Nun empfiehlt er den Euro-Ländern ein ähnlich rustikales vorgehen, etwa harte Kürzungen bei den Beamten.

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Bulgariens Vizepremierminister Simeon Djankov. Quelle: REUTERS
Bulgariens Vizepremierminister Simeon Djankov. Quelle: REUTERS

Herr Djankov, ist Bulgarien aus der Finanzkrise heraus oder stecken sie noch voll drin?

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Wir sind aus dem Gröbsten heraus. Unsere Wirtschaft wächst wieder und die Steuereinnahmen steigen. Aber wir stecken natürlich auch in einer Phase der großen Unsicherheit, denn 60 Prozent unseres Handels geht in die EU, über die Hälfte davon nach Deutschland. Und wenn Deutschland wieder schwächer wächst, dann hat das natürlich auch für uns Folgen. Unsere Wachstumsprognosen wurden für 2012 deshalb von 4,1 auf 2,9 Prozent gesenkt. Das bringt noch keine Probleme für die Stabilität Bulgariens, wohl aber für nun nur noch schwächeres soziales Wachstum. Und wie überall in Europa sind auch die Bulgaren es leid, immer neue Sparrunden zu bekommen oder Kürzungsankündigungen.

Und was haben Sie Ihrem Volk stattdessen zu bieten?

Wir haben in diesem Jahr wenigstens den Mindestlohn angehoben um fast 15 Prozent und die niedrigsten Renten haben wir auch angehoben.

Und der Mindestlohn ist jetzt wie hoch?

135 Euro.

Nur 135 Euro? Im Monat?

Ja, aber es waren davor 120 Euro. Und wir haben auch die Witwenrente um ein Drittel angehoben für 700000 der 2,1 Millionen Rentner. Das war alles was wir uns leisten konnten. Denn das wirtschaftliche Abbremsen in Westeuropa hat ja auch für uns Folgen. Zudem haben wir uns verordnet, nicht mehr als zwei Prozent Haushaltsdefizit zu bekommen.

Wie soll das gehen? Sie können damit im Notfall keine Konjunkturprogramme auflegen.

Wir müssen also die Steuereinnahmen erhöhen ohne die Steuern zu erhöhen. Wir haben dieses Jahr bereits 13 Prozent höhere Steuereinnahmen eingesammelt.

Wie das denn?

Erstens weil die Wirtschaft dieses Jahr immerhin um 2,8 Prozent wächst. Aber vor allem, weil wir jetzt dort zugreifen, wo früher durch Schmuggel oder Steuerhinterziehung Gelder verloren gingen.

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21 Kommentare

  • 06.11.2011, 00:41 UhrAnonymer Benutzer: Fer

    The minumum wage per month should be at least 260 EUR=500 BGL because the normal everyday spending per person in BG is around 500 BGL. The problem is that it is impossible to make a sharp increase of the minimum wage, it should be done gradually in the next 5 or 10 years in order to slightly increase the standart of living of ordinary bulgarians.

  • 05.11.2011, 14:16 UhrAnonymer Benutzer: mio

    Die monatlichen Lebenshaltungskosten in Bulgarien betragen rund 260 Euro (500 Leva) pro Person. Ab dieser Summe kann man also ein erträgliches Leben in Bulgarien führen. Von daher sind das zweifache von 135 Euro nicht so wenig wie es sich anhört.

  • 04.11.2011, 20:18 Uhrmarketbg

    Ach, mein Gott, es stimmt ja, mit dem 2-fachen von 135 Euro lebt man ja wie im Schlarafenland.Es ist ja fast Hartz IV Summe! Mike, es gibt ein altes lied von Fredy: Junge, komm mal wieder, komm wieder nach Haus... Folge dem Lied, vielleicht wirst Du dann ein anderes Lied singen...

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