„Der Handel mit Griechenland ist eingebrochen“

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„Wir warten jetzt mindestens ein Jahr ab“

Und wann?

Als ich 2009 Finanzminister wurde, habe ich gesagt, wir wollen den Euro schnellstmöglich einführen. Jetzt warten wir erst einmal ab, wie sich die Euro-Zone entwickelt, welche neuen Kriterien eingeführt werden. Wir erfüllen die Euro-Kriterien von Maastricht jetzt schon das zweite Jahr in Folge: Unsere Staatsschulden liegen bei 15 Prozent, die Inflations- und Zinsraten halten wir ein. Wenn wir heute in das Euro-Vorstadium, den ERM 2, eintreten wollten, würden wir alle Kriterien dafür erfüllen. Und wir haben die verschärften Haushaltskriterien – maximal zwei Prozent Defizit und höchstens 40 Prozent Staatsquote – im Haushaltsrecht und in der Verfassung. Das garantiert Bulgariens langfristige Finanzstabilität.

Aber Sie treten nicht ein. Warum?

Wir warten jetzt mal mindestens ein Jahr ab, wie sich die Euro-Zone entwickelt. Es gab ja zuletzt auch einige unsinnige Ideen wie den Plan von Steuerharmonisierung. Da sind wir klar dagegen, dass alle die gleiche Steuerhöhe und Steuerbasis in der EU haben sollen. Wir glauben fest daran, dass Länder, die sich wie Bulgarien oder ganz Osteuropa noch im Aufholprozess befinden, noch einige Zeit niedrigere Steuern brauchen. Jetzt sofort das französische Steuersystem einzuführen, würde sofort unsere Wirtschaft töten.

Und was heißt das konkret?

Wir warten jetzt einfach erst einmal ab, was passiert. Wenn Steuerharmonisierung zur Bedingung erhoben wird, bleiben wir definitiv bei der Euro-Zone außen vor. Dann treten wir der Euro-Zone nicht bei bis wir reich genug dafür sind. Und das dauert dann mindestens ein weiteres Jahrzehnt. Aber für den Euro wäre es doch eine Hilfe wenn fiskalisch so verantwortliche Länder wie Bulgarien ihn einführen würden.

Wie konnten Sie den harten Sparkurs in Bulgariens Bevölkerung durchsetzen?

Am Anfang war es extrem schwer, vor allem wegen Griechenland. Wir armen Bulgaren sollten harte Sparmaßnahmen durchsetzten und die Griechen, die deutlich besser leben als wir, bekam immer mehr Geld von Europa. Da fragten natürlich viele, warum wir fiskalisch verantwortlich sein sollen statt mehr Geld zu verlangen von der EU. Da wir aber nicht in der Euro-Zone sind, hat unsere Regierung gesagt, die EU wird uns wohl kaum mehr Geld geben und wir müssen unsere Probleme selbst lösen. In den ersten eineinhalb Jahren als Finanzminister (ab 2009) war es extrem schwierig, hart zu sparen und Nachbar von Griechenland zu sein.

  • 06.11.2011, 00:41 UhrAnonymer Benutzer: Fer

    The minumum wage per month should be at least 260 EUR=500 BGL because the normal everyday spending per person in BG is around 500 BGL. The problem is that it is impossible to make a sharp increase of the minimum wage, it should be done gradually in the next 5 or 10 years in order to slightly increase the standart of living of ordinary bulgarians.

  • 05.11.2011, 14:16 UhrAnonymer Benutzer: mio

    Die monatlichen Lebenshaltungskosten in Bulgarien betragen rund 260 Euro (500 Leva) pro Person. Ab dieser Summe kann man also ein erträgliches Leben in Bulgarien führen. Von daher sind das zweifache von 135 Euro nicht so wenig wie es sich anhört.

  • 04.11.2011, 20:18 Uhrmarketbg

    Ach, mein Gott, es stimmt ja, mit dem 2-fachen von 135 Euro lebt man ja wie im Schlarafenland.Es ist ja fast Hartz IV Summe! Mike, es gibt ein altes lied von Fredy: Junge, komm mal wieder, komm wieder nach Haus... Folge dem Lied, vielleicht wirst Du dann ein anderes Lied singen...

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