Sinai-Angriff Drohnenattacke belastet Verhältnis mit Israel

Ein mutmaßlicher islamischer Extremist ist bei der Drohnenattacke auf dem Sinai ums Leben gekommen. Der Angriff sorgt für neue Konflikte zwischen Israel und Ägypten. Nun verhandelt Kairo mit den Scheichs der Salafisten.
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Spuren des Angriffs auf der Sinai-Halbinsel: Ein Mann starb. Quelle: AFP

Spuren des Angriffs auf der Sinai-Halbinsel: Ein Mann starb.

(Foto: AFP)

Al-Arisch, KairoDie Tötung eines mutmaßlichen Dschihadisten auf der Sinai-Halbinsel belastet das aktuell ohnehin sehr frostige Verhältnis zwischen Israel und Ägypten. Aus Sicherheitskreisen in Kairo hieß es zwar am Montag, Ibrahim Aweida sei am Sonntag durch einen Sprengsatz ums Leben gekommen. Mehrere Augenzeugen berichteten jedoch, der junge Mann sei etwa 15 Kilometer von der Grenze entfernt von einer israelischen Kampfdrohne getötet worden.

Eine erste Rakete habe den Mann verfehlt, als er sein Haus verlassen habe. Als er dann versucht habe, mit einem Motorrad zu flüchten, sei er von einer zweiten Rakete getroffen worden, berichtete ein Augenzeuge. Eine israelische Militärsprecherin sagte auf Anfrage: „Derartige Medienberichte kommentieren wir nicht.“

Aus gut informierten Kreisen in der Sinai-Stadt Al-Arisch hieß es, seit Samstag seien zwei Delegationen aus Kairo in der Provinz Nord-Sinai eingetroffen. Sie verhandelten mit Beduinen und lokalen Vertretern der Salafisten-Bewegung in Rafah und Scheich Suwaid über ein Ende der Gewalt auf der Sinai-Halbinsel. Die unabhängige ägyptische Tageszeitung Al-Masry al-Youm berichtete, Präsident Mohammed Mursi habe sie geschickt.

Kurz nach ihrem Eintreffen sei die Offensive der Sicherheitskräfte gegen militante Islamisten in dem Gebiet unterbrochen worden, berichteten Augenzeugen. Sie hatte begonnen, nachdem Extremisten am 5. August an der Grenze 16 ägyptische Soldaten getötet hatten.

Ibrahim Aweida war nach inoffiziellen Angaben aus Polizeikreisen wegen mutmaßlicher Beteiligung an der Anschlagserie im israelischen Eilat vor einem Jahr vorübergehend festgenommen und verhört worden. Schwer bewaffnete Terroristen hatten damals mehrere Busse beschossen, wobei sieben Israelis starben und rund 30 verletzt wurden.

Ägyptens neuer Präsident Mursi geht im Gegensatz zu seinem 2011 entmachteten Vorgänger Husni Mubarak auf Distanz zu Israel. Gleichzeitig arbeitet er an einer Annäherung zwischen Ägypten und dem Iran. Mursi war von der Muslimbruderschaft als Präsidentschaftskandidat nominiert worden. Diese unterhält enge Beziehungen zur radikalen Palästinenserbewegung Hamas im Gazastreifen.

  • dpa
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10 Kommentare zu "Sinai-Angriff: Drohnenattacke belastet Verhältnis mit Israel"

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  • Die,die klar denken können und nicht von Religionen oder Glaubensgemeinschaften beeinflusst sind .

  • Wie haben sich die Kinder die in dem Schulbus gesessen haben wehren können ,als er von einer Rakete getroffen wurde die von radikalen Islamisten abgefeuert wurde ?
    Oder der Linienbus,im Süden Israels ,der vom Sinai aus beschossen wurde , bei dem 7 Menschen starben ?

  • ..aha..Sie meinen er hätte die anfliegende Rakete mit der sicherlich ständig mitgeführten Kalaschnikow von seinem Kamel, Verzeihung Motorrad, aus abschießen sollen?

  • Man könnte noch sehr viel mehr über solche Geschichten erfinden und erlügen. Tatsache bleibt doch einmal mehr, dass von beiden Seiten gelogen und betrogen wird. Ergänzend darf auch noch erwähnt werden, dass nach der Wahl von Mursi, die Ägypter wohl gar nicht mehr so sehr am Cam-David-Abkommen interessiert sind, das sie sich über kurz oder lang, wohl oder übel einmal mehr den Gross-Arabischen-Sieg über Israel wünschen.

  • "Wehrlos" ist im Sinai oder in Gaza keiner , der Waffenschmuggel funktioniert noch immer hervorragend !

  • Nach verschiedenen Quellen uebernahmen die Terroristen einen Schuetzenpanzer sowie einen Kleinlaster, der eine halbe Tonne Sprengstoff geladen hatte. Der Schuetzenpanzer fuhr vorneweg auf die Grenze zu und machte der Kleinlasterbombe den Weg frei. Neben einem leeren Unterstand der israelischen Grenzposten explodierte dann der Kleinlaster und zerstoerte einen Teil des Grenzzauns und Absperrungen.





    Ort, wo der Zaun durchbrochen wurde.



    Danach fuhr der Schuetzenpanzer weiter und wurde bald von kleineren israelischen Einheiten mit Infranteriewaffen beschossen, die seiner Panzerung nichts anhaben konnten und drang tiefer in israelisches Territorium ein. 2km vor einer zivilen israelischen Ortschaft – wo der Schuetzenpanzer ein Massaker haette anrichten koennen – wurde er durch gezielten israelischen Beschuss gestoppt. Verschiedene Angaben sprechen wie gesagt von der israelischen Luftwaffe (Hubschrauber oder Drohnen), wobei nicht direkt gesagt wird, dass sie es waren, die den Wagen stoppten, sondern nur dass sie “auf ihn zielten“. Ynet berichtet wie gesagt von einem Panzerbeschuss.

    Dies waere also ein Punkt, der eigenartigerweise etwas umnebelt ist.

    Hinzu kommt, dass kaum erwaehnt wird, dass die Terroristen als aegyptische Soldaten verkleidet waren – ein Praktik, die in den letzten grossen Anschlaegen aus dem Sinai verwendet wurde, so bereits bei den Anschlaegen von vor einem Jahr nahe Eilat.

    Den ganzen Beitrag lesen sie hier : http://aro1.com/anschlag-der-israel-mit-aegypten-in-kaempfe-verwickeln-sollte/#more-23520

  • Und da hier der Vorfall vom 5. August genannt wird , muss noch was klargestellt werden das in Deutschen Medien so nicht berichtet wurde .

    Beeindruckend wie der Vorfall in den deutschen Medien besprochen wird:

    Nahezu als eine Art inneraegyptischer Anschlag, wo wohl rein zufaellig die Terroristen sich dann danach spontan entschlossen, eine kleine Rundfahrt hinter den israelischen Grenzzaun zu machen. Und dabei haben dann die ollen, bis an die Zaehne bewaffneten, Israelis schon auf der Lauer gelegen, denn sie wussten ja schon alles und haben die Aegypter einfach mal ins Messer laufen lassen…

    Peter Steffe vom ARD-Studio in Kairo z.B. sprach eindruecklich betont “von Kampfjets, der israelischen Luftwaffe beschossen und zerstoert“.

    Ich weiss nicht, woher Herr Steffe diese Information nimmt, denn die meisten israelischen Quellen sprachen entweder von Kampfhubschraubern, Drohnen oder gar von einem Panzer, der den Schuetzenpanzer durch einen gezielten Schuss zum stehen brachte. (Israel veroeffentlichte Videomaterial, in dem der Augenblick des Treffers gezeigt wird.)

    Aber auch ohne ins Detail aller moeglichen deutschen Nachrichten zu dem Vorfall zu gehen, moechte ich kurz etwas Allgemeines klarstellen, um einem falschen Anschein, der aus vielen diesen Berichten spricht, zu entgegnen:

    Nein, nicht der aegyptische Armeeposten war das Hauptziel der Terroraktion und Israel der kleine ‘Nachtisch’, sondern die Aktion hatte als ihr Hauptziel eindeutig, einen grossen strategischen Anschlag in Israel zu verueben, und auf dem Weg dorthin musste man erst noch ein paar aegyptische Soldaten aus dem Weg raeumen, um an die gewuenschten Fahrzeuge zu gelangen.

  • Wer ist den "Wir" ? Die Zionisten dieser Welt?

  • Neusprech: "Ein mutmaßlicher islamischer Extremist ist bei der Drohnenattacke auf dem Sinai ums Leben gekommen"

    Deutsch: "Ein wehrloser, unschuldiger Mensch wurde von Israels Militär ermordert. Vorsorglich."

  • Es war natürlich zu erwarten das Ägypten das Problem nicht in den griff bekommt bzw. es nur halbherzig angeht . Mursi ist von den Muslimbrüdern als Präsidentschaftskandidat nominiert , er wird natürlich im sinne der Muslimbrüder seine Entscheidungen treffen , die Muslimbrüder aber sind nichts anderes als die Radikal-Islamistische Hamas .
    Die Ziele der Hamas sind uns allen bekannt . Israel tut also gut daran , seine Sicherheit nicht in die Hände Mursi s zu legen , sondern selber aktiv zu werden .
    Wir haben vollstes Verständnis für das vorgehen Israels !!!

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