Sinai-Halbinsel
Mindestens elf Menschen sterben bei zwei Anschlägen

Bei zwei Anschlägen auf ein Hotel von Wahlbeobachtern sowie auf Polizeikräfte im Norden des Sinai in Ägypten sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Ein IS-Ableger bekannte sich zum Angriff auf das Hotel.

KairoBei zwei Anschlägen auf ein Hotel von Wahlbeobachtern sowie auf Polizeikräfte im Norden des Sinai in Ägypten sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sind ein Richter, ein Staatsanwalt und zwei Polizisten, wie das Justizministerium am Dienstag mitteilte. Drei bewaffnete Extremisten hatten das Gebäude in der Stadt Al-Arisch Armeeangaben zufolge am Morgen angegriffen. Sie seien ebenfalls unter den Toten. Mindestens zwölf Menschen - darunter auch Zivilisten - seien verletzt worden. Eine weitere Explosion erfasste einen Polizeiwagen nahe der Stadt und tötete weitere vier Sicherheitskräfte, wie eine Quelle aus Sicherheitskreisen mitteilte.

In einer zunächst nicht verifizierbaren Stellungnahme im Internet bekannte sich der auf der Sinai-Halbinsel aktive Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu dem Angriff auf das Hotel. Dort sollen rund 50 Richter untergebracht gewesen sein, die die zweite Phase der Parlamentswahlen in Ägypten überwacht hatten. In der Botschaft ist allerdings nur von zwei Angreifern die Rede.

Den Armeeangaben zufolge schafften es zwei der Attentäter in das Hotel. Einer von ihnen habe in einem der Räume das Feuer eröffnet und dabei einen Richter erschossen, ein anderer sprengte sich demnach in der Küche des Hauses in die Luft. Ein Beamter der Sicherheitskräfte hatte zuvor von insgesamt vier Angreifern und einem Fahrer berichtet, die ums Leben gekommen sein sollen.

Die Ägypter hatten am Sonntag und Montag in einer zweiten Abstimmungsrunde ein neues Parlament gewählt. Sicherheitsexperte Daniel Nisman von der Levantine Group in Tel Aviv sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass bereits am Montag ein Polizist in Al-Arisch getötet worden sei. „Das ägyptische Militär war besorgt, dass es während der Wahl mehr Angriffe geben könnte.“

Im Norden des Sinai kommt es immer wieder zu Anschlägen. Die Region ist ein Rückzugsort für Dschihadisten, weite Teile sind militärisches Sperrgebiet. Besonders aktiv ist dort auch der IS-Ableger, der Ende Oktober auch den Absturz des russischen Passagierflugzeuges über der Halbinsel für sich beansprucht hatte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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