Singapur und die USA wollen neue Sicherheitsstrukturen an der Malakkastraße
Angst vor Terrorangriffen auf dem Meer

Die Angst vor terroristischen Anschlägen in der Malakkastraße in Südostasien sorgt – wieder einmal – für politischen Streit zwischen den benachbarten Küstenstaaten Indonesien, Malaysia und Singapur. Zusätzlich angeheizt wird der Zwist durch die Einmischung der USA. Seit zwei Jahren kritisiert Singapur die Sicherheitsstandards entlang er 900 Kilometer langen Wasserstraße.

SINGAPUR/DELHI. Zuletzt wurde der Verteidigungsminister des Landes, Teo Chee Hean, vor Marinevertretern Südostasiens deutlich: „Die Sicherheitsstrukturen sind angesichts der Komplexität, ein regionales Gewässer wie die Malakkastraße gegen maritimen Terrorismus zu schützen, nicht angemessen.“ Teo macht sich deshalb für eine multinationale Kooperation stark.

Im Streit verknäueln sich wirtschaftliche, nationale und ideologische Interessen. Die Passage zwischen Sumatra und der Malaiischen Halbinsel zählt zu den Hauptschlagadern des Weltseeverkehrs. Japan, China und Südkorea beziehen 80 % ihres Bedarfs an Erdöl und Erdgas über diesen Seeweg. Zu den zwei stärksten Nutzern gehören auch die USA. Bis zu 50 000 Schiffe im Jahr und bis zu 600 an Spitzentagen passieren die Malakkastraße, darunter Tausende von Erdöl- oder Flüssiggastankern – ein leichtes Ziel für Terroristen, befürchten Singapur wie Washington.

An ihrer schmalsten Stelle ist die Passage nur 67 Kilometer breit. Zudem ist die Malakkastraße, die in die Straße von Singapur übergeht, schon seit langer Zeit das Zentrum der internationalen Piraterie. Noch haben sich Terroristen und Piraten nicht gefunden. Soweit möchten es die Regierungen in Singapur und Washington aber nicht kommen lassen. Deshalb schickt auch Indien – obwohl kein direkter Anrainer – seine Marine inzwischen in den Kampf gegen die maritime Spielart organisierter Kriminalität.

„Kein einzelner Staat verfügt allein über die Ressourcen, terroristische Attacken effektiv zu bekämpfen“, begründete Teo seinen Vorschlag. Zugleich versicherte er, dass eine multilaterale Kooperation nur „auf der Basis von Konsultationen und innerhalb der Grenzen des internationalen Rechts“ installiert werden könne. Drei Wochen vorher hatte bereits der US-Admiral Thomas Fargo Singapur in seiner Forderung nach einem maritimen Sicherheitskonzept für die Malakkastraße stärkste Unterstützung zugesagt.

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