Sinkende Umfragewerte
Bush wird im eigenen Land immer unbeliebter

Die Popularität von US-Präsident George W. Bush ist auf einen Tiefpunkt gesunken. Vor allem die steigende Zahl der getöteten US-Soldaten im Irak nagt an seinen Umfragewerten. Erstmals ist eine Mehrheit der Amerikaner der Überzeugung, die Regierung habe die Öffentlichkeit beim Krieg bewusst in die Irre geführt.

HB WASHINGTON. Einer am Montag veröffentlichten Studie des Fernsehsenders ABC News und der Zeitung „Washington Post“ zufolge missbilligen 56 Prozent Bushs Irak-Politik. Dennoch sprachen sich fast 60 Prozent zugleich dafür aus, dass US-Soldaten so lange im Irak bleiben sollten, bis die öffentliche Ordnung wieder hergestellt ist.

Die Unterstützung der US-Amerikaner nimmt Beobachtern zufolge vor allem ab, da die Berichte über Selbstmordattentate und blutige Angriffe der Aufständischen nicht abreißen. Mehr als 1700 US-Amerikaner sind in dem Konflikt bisher getötet und Tausende mehr verletzt worden. Angehörige von Gefallenen wird Bush kurz vor seinem Auftritt in Fort Bragg privat treffen.

Angesichts der sinkenden Umfragewerte wirbt US-Präsident George W. Bush nun verstärkt um Unterstützung. In einer Grundsatzrede am Dienstagabend (Ortszeit) im Militärstützpunkt Fort Bragg in North Carolina wollte er Außenministerin Condoleezza Rice zufolge argumentieren, dass ein stabiler Naher Osten die Sicherheit der US-Amerikaner erhöhe. Schließlich sei die Bedrohung durch Al-Kaida wegen der „giftigen Politik“ in der Region entstanden, erklärte Rice in Fernsehinterviews am Morgen vor der geplanten Rede des Präsidenten.

Die Verbindung zwischen dem von Bush ausgerufenen „Krieg gegen den Terror“ und dem Kampf im Irak will Bush offenbar auch verdeutlichen, indem er inmitten von Soldaten auftreten will. Im offiziellen Terminkalender der Regierung ist die Rede zudem als „Bemerkungen zum Krieg gegen den Terror“ und nicht zum Irak-Konflikt eingetragen. Bushs Sprecher Scott McClellan sagte, der Auftritt liege auf der Linie dessen, was der Präsident nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erklärt habe: Die US-Amerikaner müssten Geduld beweisen und den Kampf zu Ende führen.

Die Regierung rechtfertigte den Irak-Krieg mit angeblichen engen Kontakten von Saddam Hussein und Al-Kaida, auch wenn sie eindeutige Belege dafür bislang schuldig blieb. Mit der Rede reagiert Bush offenbar auf Umfragen, die ihm die niedrigste Unterstützung der US-Amerikaner während seiner Amtszeit bescheinigen. Die Rede aus Anlass der Übergabe der Souveränität von den Besatzungstruppen an die irakische Regierung folgt einer Reihe von Auftritten, mit denen Bush und seine Mitarbeiter den Umfragetrend umkehren wollen.

Vergangene Woche erklärte der Präsident, die Aufständischen „werden besiegt“. Sein Sprecher McClellan sagte nun: „Der Weg, um unsere Truppen heimzuholen, ist, die Mission zu erfüllen.“ Verteidigungsminister Donald Rumsfeld senkte am Montag die Ansprüche an den Einsatz. Nicht die Besatzungstruppen, sondern die Iraker selbst müssten die öffentliche Sicherheit erreichen.

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