Skandal um Trump-Dossier

Wie im Agenten-Thriller

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„Das ist etwas, was Nazi-Deutschland getan hätte“
„Trump läuft Gefahr, als Lakai Putins behandelt zu werden“
Donald Trump
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Eine gute Woche vor Beginn seiner Präsidentschaft hat Donald Trump sein Regierungsprogramm vorgestellt - zumindest in Umrissen. Zugleich lieferte sich der Milliardär während einer Pressekonferenz Wortgefechte mit Journalisten. Die internationale Presse kommentiert den hitzigen Auftritt überwiegend kritisch.

„El País“
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„El País“ aus Spanien bilanziert, Trumps düstere Drohungen etwa gegen die ins Ausland abgewanderte US-Pharmaindustrie passten eher zum Drehbuch eines Mafiafilms als zu einer Präsidentenrede. „Je näher Trump dem Weißen Haus kommt, desto berechtigter wird die Sorge über die Zukunft“, warnt die Zeitung.

NZZ
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Zum Verdacht, Trump sei durch den Kreml erpressbar, meint die „Neue Zürcher Zeitung“: „Amerikas Demokratie ist herausgefordert, aber zweifellos stark genug, um diese Krise zu meistern.“ Innerhalb der republikanischen Kongressmehrheit trenne sich schon die Spreu vom Weizen: „Die Kriecher und Schmeichler, die Trump zuliebe über die Russland-Gefahr hinwegsehen wollen, und umgekehrt jene, die den Blick für übergeordnete Interessen nicht verloren haben.“

„De Telegraaf“
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„De Telegraaf“ aus den Niederlanden gibt zu bedenken, für den obskuren Bericht über Trumps angebliche Verfehlungen gebe es nicht den geringsten Beweis. Aber über die genaue Rolle Russlands müsse schnellstens Klarheit geschaffen werden. Westliche Geheimdienste gingen nun davon aus, „dass Moskau es auch auf die Destabilisierung und Störung von Wahlen in anderen Ländern, darunter auch den Niederlanden, abgesehen hat“.

„Figaro“
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Der französische „Figaro“ bilanziert, die Ära Trump beginne mit einem Gewitter. „Die vom künftigen Präsidenten gewünschte Annäherung mit Russland verkompliziert sich. Er läuft Gefahr, ständig als Lakai Putins behandelt zu werden.“

„The Guardian“
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Der „Guardian“ urteilt, Trumps Präsidentschaft liege schon in Scherben, obwohl sie noch nicht einmal begonnen habe. Wenn die Pressekonferenz sein Drehbuch für das Management künftiger Krisen sei, könnten sich seine politischen Gegner „zurücklehnen und die Show genießen“. „Wie ein Hund, der zu seinem Erbrochenen zurückkehrt, kann dieser Präsident nicht aus seiner Haut. Lasst die Verrücktheiten beginnen.“

„The New York Times“
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„Es war eine super Strategie. Alle wollten seit Langem wissen, wie Trump in Zukunft mit seinen Geschäften verfahren will (...) Aber das Thema ging im Aufruhr über den geleakten Report unter. Diese Art von Schnellfeuerablenkung könnte das Werk eines politischen Genies sein, aber in Wahrheit ist es nur die Art, wie unser nächster Präsident tickt. Seine Gedanken hüpfen hin und her. Der einzige verbindende Nenner ist die Frage, was das alles für Trump bedeutet. Sah er gut aus? Wie waren die Zuschauer? Hat ihn jemand hintergangen?“

Das Dossier besteht demnach aus einer Reihe von Notizen, die offenbar zwischen Juni und Dezember 2016 geschrieben wurden. Steele soll nicht nur das Dokument verfasst, sondern auch einen Plan entwickelt haben, wie man die Informationen etwa an das FBI lancieren sollte, sagte eine Person, die mit der Sache vertraut ist, dem „Wall Street Journal“. Steele selbst soll Interviewanfragen abgelehnt haben. Ein Vermittler habe das damit begründet, dass die ganze Angelegenheit zu heiß sein.

Christopher Burrows, Steeles Geschäftspartner bei Orbis, sagte der US-Wirtschaftszeitung: Das Unternehmen habe keine politische Agenda. Das Ziel sei, auf die Vorgaben und Wünsche des Auftraggebers zu reagieren. Im Gespräch mit dem „Daily Telegraph“ wollte Burrows weder bestätigen, noch abstreiten, dass das Dossier von Orbis stammt.

Die Behauptungen darin gelten als sehr schwer zu überprüfen. Nach Angaben von Geheimdienstmitarbeitern, mit denen der britische Sender BBC gesprochen hat, hat Steele einen guten Ruf in der Branche und gilt als kompetent.

Britischen Boulevard-Zeitungen zufolge soll Steele in der Vergangenheit auch mit dem russischen Ex-Spion und Kremlkritiker Alexander Litwinenko zusammengearbeitet haben. Litwinenko wurde vor etwa zehn Jahren mit Polonium vergiftet.

Steele soll nach seinem Ausscheiden bei MI6 auch für die britische Regierung den Korruptionsskandal beim Weltfußballverband Fifa untersucht haben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zu dem Zeitpunkt hoffte Großbritannien darauf, die Weltmeisterschaft 2018 oder 2022 austragen zu können, die später an Moskau und Katar ging. Im Zuge der Recherchen soll Steele 2010 auch FBI-Beamte getroffen haben. Der ehemalige MI6-Mitarbeiter soll daher eine hohe Glaubwürdigkeit genießen, so Reuters mit Verweis auf US-Beamte.

Donald Trump hat die Behauptungen in dem Dossier vehement bestritten und massiv kritisiert, dass diese bekannt wurden: „Es ist schändlich, schändlich, dass die Geheimdienste es zugelassen haben, dass unwahre und gefälschte Informationen nach draußen gelangen“, sagte Trump am Mittwoch in seiner ersten Pressekonferenz seit dem Wahlsieg. „Das ist etwas, was Nazi-Deutschland getan hätte.“

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4 Kommentare zu "Skandal um Trump-Dossier: Wie im Agenten-Thriller"

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  • Was sollen jetzt die Märchen, die wieder einmal von der Deutschen Presse mit...SEIN SOLL...fürchtet OFFENBAR...oder anderen Vermutungs-Spekulationswörter ganiert ist.
    Trump und die US Geheimdienste haben KLAR GESTELLT, dass dieses "Trump-Dossier" ein Fake ist und gut ist es.
    Trump hat überhaupt nicht das Interesse und die Zeit, diesen Fall (Mann oder sonstwas) weiter zu verfolgen. Trump und sein Team haben wichtigeres zu tun!

  • Es hat ein "Nazi-Deutschland" gegeben !

    DT hat eine Ökonomische Ausbildung !

    Von 1956 bis 1959 war Trump Schüler an der Kew-Forest School in New York. New York Military Academy (NYMA) in Cornwall-on-Hudson, ein Privatinternat im Bundesstaat New York mit vormilitärischer Ausbildung.[8] Dort zeigte Trump herausragende sportliche Leistungen und erwarb 1964 den Highschool-Abschluss. Anschließend studierte Trump Wirtschaftswissenschaft, von 1964 bis 1966 an der Fordham University in New York.

    Die Eliten der USA wollten ihn um jeden Preis und mit allen Mitteln verhindern,
    weil diese im letzten Jahrzehnt exorbitante Gewinne eingefahren haben und daher nicht an einer Änderung interessiert sind !

  • „Das ist etwas, was Nazi-Deutschland getan hätte.“

    ich dachte, der Mann hat nur von Volkswirtschaft keine Ahnung, von Geschichte anscheinend auch nicht.

  • Manche haben halt einen echt gefährlichen Job. Mich würde mal mehr zu den Hintergründen der "Washingtoner Auftraggeber" interessieren. Könntet ihr da mal ein bisschen recherchieren? Bringt aber vorher eure Familien weg!

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