Skandal um Veteranen-Hospital: US-Heeresminister muss gehen

Skandal um Veteranen-Hospital
US-Heeresminister muss gehen

Wegen eines Skandals um die Behandlung von Irak-Soldaten in einem Militärkrankenhaus ist der amerikanische Heeresminister Francis Harvey am Freitag zurückgetreten. Das gab Verteidigungsminister Robert Gates in Washington bekannt.

HB WASHINGTON. Bereits zuvor war der für das Heeres-Klinikzentrum in Washington zuständige Kommandeur, General George Weightman, abgelöst worden. US-Präsident George W. Bush kündigte unterdessen in seiner vorab veröffentlichen wöchentlichen Rundfunkansprache die Bildung einer überparteilichen Kommission zur Überprüfung der Gesundheitsfürsorge für verwundete Soldaten an.

Im Mittelpunkt des Skandals steht das in den USA nahezu legendäre Walter-Reed-Hospital, in dem viele der im Irakkrieg verletzten und verstümmelten Amerikaner behandelt werden. Die „Washington Post“ hatte vor kurzem enthüllt, dass ein Teil der in einem Krankenhaus-Gebäude untergebrachten Langzeit-Patienten zum Teil in Räumen leben, in denen die Wände wegen Feuchtigkeit verschimmelt sind, Löcher aufweisen oder von denen die Farbe abblättert. Andere Medien zeigten später Bilder von schäbigen und verschlissenen Möbelstücken.

In den USA hatte die Enthüllung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, zumal das 1909 eröffnete Walter-Reed-Hospital zu den führenden Kliniken zur Behandlung von verwundeten US-Kriegsveteranen zählt. Auch Gates äußerte sich am Freitag bei der Bekanntgabe des Harvey-Rücktritts enttäuscht über die Zustände. Es gebe keine höhere Priorität als die Sorge für die verwundeten Soldaten, sagte der Minister. Auch Bush erklärte in seiner jeweils samstags ausgestrahlten Rundfunkansprache, seine Regierung werde sicherstellen, dass genesende Soldaten „mit der Würde und dem Respekt behandelt werden, den sie verdienen“.

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