Slowakei
Die Gemeinschaftswährung erweist sich als stabiler Anker

Der Euro hält die Slowakei auf Kurs: Während die lokalen Währungen in den Nachbarländern Polen, Ungarn und Tschechien stark an Wert verloren haben, können die einheimischen Unternehmer und die ausländischen Investoren in der Slowakei verlässlich kalkulieren. Doch der Euro birgt auch einige Gefahren.

BRATISLAVA. Die Freude, mit der die Slowaken in der Silvesternacht die Einführung des Euros begrüßten, ist bis heute nicht verflogen. Unter den Bürgern des Landes gibt es kaum jemanden, der die Übernahme der Gemeinschaftswährung am 1. Januar 2009 nicht für eine gelungene Sache hält. Dabei stellen die Slowaken sogar historische Zusammenhänge her. So nennt der Volksmund den Euro "Jurosze" - frei nach dem Vornamen des Volkshelden Juraj Jano?ik, wie die Philologin Mira Nabelkova erläutert. Jano?ik war eine Art Robin Hood, der sich für die Rechte der armen Bergbauern einsetzte, dafür aber im März 1713 am Galgen endete.

Für die Übernahme des Euros hat die Slowakei einen günstigen Zeitpunkt gewählt. Denn als Mitte 2008 die Entscheidung fiel, war von der Finanz- und Wirtschaftskrise zumindest in diesem Teil Europas noch wenig zu spüren. Die slowakische Krone stand auf einem historischen Hoch, als der Kurs zum Euro mit 30,126 fixiert wurde. Im Lauf des Jahres 2008 hatte der Wert der Krone um fast ein Fünftel zugelegt.

So verdienen die Slowaken heute mehr, als sie vor Jahresfrist zu hoffen gewagt hatten. "Die Binnennachfrage ist der wichtigste Motor der Konjunktur", betont Zdenek Lukas vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW). Hinzu kommt, dass es keinerlei Anlass für eine "Teuro"-Diskussion gibt. Denn trotz vielfacher Befürchtungen sind die Preise im vergangenen Jahr in den für die Verbraucher wichtigen Bereichen weitgehend stabil geblieben. Generell lässt die Inflation sogar nach. Nach einem Anstieg der Konsumentenpreise von knapp vier Prozent im vergangenen Jahr erwartet das WIIW für 2009 nur einen Zuwachs von zwei Prozent. Der entsprechende Wert für die Produzentenpreise in der Industrie wird den Prognosen zufolge von 2,8 ebenfalls auf zwei Prozent fallen.

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