Slowakei: Volkswagen muss Weihnachtsferien wegen Gasmangels verlängern

Slowakei
Volkswagen muss Weihnachtsferien wegen Gasmangels verlängern

Trotz des ununterbrochenen Lieferstopps hat sich die Lage in den besonders betroffenen osteuropäischen Ländern am Wochenende etwas entspannt. Doch Volkswagens Produktion in der Slowakei wird vermutlich durch die Engpässe lahm gelegt.

WIEN. Trotz des ununterbrochenen Lieferstopps hat sich die Lage in den besonders betroffenen osteuropäischen Ländern am Wochenende etwas entspannt. Auslöser dafür sind die Gaslieferungen, die vor allem Deutschland für Osteuropa bereitgestellt hat. Der deutsche Konzern Eon Ruhrgas und das ungarische Energieunternehmen Mol lieferten bereits am Samstag Gas an Serbien, Bosnien-Herzegowina und Kroatien, sagte der ungarische Energieminister Csaba Molnar. Gas von Eon Ruhrgas bekam auch die Slowakei, die fast zu 100 Prozent von den russischen Gaslieferungen abhängt.

Der Volkswagen-Konzern jedoch wird am Montag in seinem slowakischen Werk in Bratislava seine Produktion nach den Weihnachtsferien wahrscheinlich nicht wieder aufnehmen können. Ein Sprecher des slowakischen Wirtschaftsministeriums sagte dem Handelsblatt am Sonntag, dass die Restriktionen beim Gasbezug für alle großen Industriebetriebe des Landes zunächst bestehen bleiben. In den slowakischen Autowerken von Kia und Peugeot ruht die Produktion bereits seit vergangener Woche, der hannoversche Reifenkonzern Continental hatte am Freitag die Fertigung in seinem slowakischen Lkw-Reifenwerk eingestellt. Volkswagen nahm bis zum Abend dazu keine Stellung.

Länder wie die Slowakei und Bulgarien haben wegen der angespannten Lage vor allem die Gaslieferungen an Industriebetriebe zurückgefahren. Sollte der Lieferstopp aus Russland anhalten, können die besonders betroffenen Länder Osteuropas die Lücke noch durchschnittlich etwa zwei Wochen mit Gas aus eigenen Erdspeichern auffüllen. Bleibt es beim Lieferstopp, könnte es ab Montag auch erstmals in Österreich zu Lieferbeschränkungen für Industrieunternehmen kommen. Bislang war es in Österreich trotz der unterbrochenen Gaslieferungen aus Russland nicht zu Störungen in Industrie und Haushalten gekommen. Österreich hat besonders große Erdspeicher. Bei einem länger anhaltenden Lieferstopp muss die Alpenrepublik den Bezug aus den Speichern allerdings ebenfalls zurückfahren.

Vollkommen ungeklärt ist derzeit noch, ob der Stopp der Erdgaslieferungen zu Schäden am Pipeline-Netz geführt hat. "Dazu können wir noch gar nichts sagen", betonte am Sonntag ein Sprecher des slowakischen Gaskonzerns SPP auf Anfrage, an dem auch Eon Ruhrgas mit knapp 25 Prozent der Anteile beteiligt ist. Schäden ließen sich erst dann feststellen, wenn das Gas aus Russland wieder durch das Leitungsnetz ströme. "Grundsätzliche sollte das Leitungsnetz aber in Ordnung sein", ergänzte SPP-Chef Bernd Wagner.

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