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So funktioniert der Kredithebel: Eine Teilkasko für frisches Geld

Zur Lösung der Schuldenkrise wollen die Regierungen das Geld aus dem Euro-Krisenfonds mit Finanzmagie vermehren. Es geht um direkte EFSF-Kredite und die Absicherung anderer.

von Marion TrimbornQuelle: dpa
Rettungsgelder für Europa: Mit Finanzkniffen wollen die Regierungen die Euro-Schuldenkrise in den Griff bekommen. Quelle: Reuters
Rettungsgelder für Europa: Mit Finanzkniffen wollen die Regierungen die Euro-Schuldenkrise in den Griff bekommen. Quelle: Reuters

BrüsselZur Lösung der Schuldenkrise wollen die Regierungen das Geld aus dem Euro-Krisenfonds EFSF mit Finanzmagie vermehren. Ein Kredithebel könnte die Wirkung des Rettungsschirms vervielfachen. Dann würde der EFSF nicht mehr nur Kredite direkt vergeben, sondern Kredite anderer versichern. Im Ergebnis stünde mehr Geld bereit, allerdings wären auch die Risiken höher. Die Hebelwirkung war ein Thema beim EU-Gipfel am Mittwoch in Brüssel.

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Wie funktioniert ein Hebel?

Das Prinzip ist aus der Physik bekannt: Ein Hebel verstärkt eine Kraft. An den Finanzmärkten steht die Hebelwirkung (englisch: „Leverage“) für die Hoffnung, mit geringen eigenen Mitteln große Wirkung zu erzielen. So vervielfacht ein Kredithebel das eigene Geld mit Hilfe fremden Kapitals. Beim Krisenfonds EFSF sollen andere Investoren möglichst viel Geld für die Rettung von Krisenstaaten bereitstellen. Der Finanzkniff soll das Kreditvolumen des EFSF von 440 Milliarden Euro „hebeln“ - auf möglicherweise eine Billion Euro.

Warum ist Finanzmagie nötig?

Weil die Sorge besteht, dass der Rettungsschirm nicht genug Mittel hat, um die Schuldenkrise wirklich zu lösen. Der große Finanzbedarf Griechenlands sowie die Ansteckung anderer Länder wie Italien könnten das Volumen des EFSF letztlich übersteigen. Zudem gilt es als schwierig, die Bevölkerung in den Euro-Staaten von noch höheren staatlichen Garantien zu überzeugen. Welche Vorteile bietet der Hebel in der Schuldenkrise?

Beim Kredithebel spielen private Gläubiger wie Banken sowie andere Geldgeber wie Staatsfonds zum Beispiel aus China eine wesentliche Rolle - und nicht nur der Staat oder Steuerzahler. Mit deren Hilfe werden die Finanzhilfen für wackelnde Euro-Länder vervielfacht, aus einem Euro könnten faktisch drei oder fünf Euro werden. Somit steht mehr Geld bereit - ohne dass das Kapital des Rettungsschirms aufgestockt werden muss. Auch die Garantien der Euro-Länder bleiben unverändert, der deutsche Anteil beträgt 211 Milliarden Euro.

Gibt es auch Nachteile?

Ja. Die Hebelwirkung vervielfacht auch die Risiken. Mit diesem Instrument steigt das Haftungsrisiko für die Steuerzahler deutlich an, falls ein Staat doch pleite gehen sollte. Die zu erwartenden Verluste wachsen proportional zur Hebelung. Kritiker fürchten zudem den Einfluss ausländischer Geldgeber zum Beispiel aus China.

Wie soll der Hebel beim Krisenfonds EFSF konkret aussehen?

Es gibt zwei Optionen: Ein Versicherungsmodell und einen Sondertopf. Beide könnten auch kombiniert werden. Bei beiden Methoden sollen Investoren Schuldscheine kaufen. Damit genügend Interessenten zusammenkomme, würde der EFSF bis zu einer gewissen Grenze das Risiko absichern, dass ein Staat das geliehene Geld nicht zurückzahlen kann. Das restliche Verlustrisiko würden die Investoren tragen.

  • 26.10.2011, 22:45 Uhrjneugebauer

    Eine ganz furchtbare Idee! Was soll denn genau im Pleitefall passieren?

    Dann ist erstens der ganze EFSF leer und die Banken haben sich wieder vollgesaugt mit Staatsanleihen die dann ausfallen.

    Die einzige Hoffnung die man haben darf ist, dass der Hebel die Spekulanten abschreckt. Aber damit wird kein Problem gelöst. Nein, irgendwann stehen wir wieder vor dem gleichen, aber dann eben größeren Problem. Es ist echt zum verzeifeln!

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