So viele Konflikte wie nie
Kein Friede auf Erden

Wer nur die Toten zählt, könnte den Schluss ziehen, die Welt wäre friedlicher geworden. Die Zahl der großen Kriege ist rückläufig. Friedensforscher warnen jedoch: Insgesamt gibt es so viele gewaltsame Konflikte wie nie.
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DüsseldorfWeihnachten, das Fest der Nächstenliebe, ist nicht mehr fern. Die Europäische Union heimst den Friedensnobelpreis ein. 2012 – ganz im Zeichen der Versöhnung? Mitnichten. Noch nie schwelten in den Ländern der Welt so viele gewaltsame Konflikte wie in diesem Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIK) in einer ersten Einschätzung.

"2011 wurden insgesamt 388 Konflikte beobachtet", sagt HIK-Vorstand Simon Ellerbrock. "Diese Zahl hat in diesem Jahr noch einmal zugenommen." Die meisten gewaltsamen Auseinandersetzungen haben die Forscher des Instituts in Afrika und im Vorderen und Mittleren Orient ausgemacht.

Die 150 Mitarbeiter des Instituts beobachten weltweit die Konflikte und untersuchen sie nach eingesetzten Mitteln und Folgen. "Wir registrieren zum einen wie viele Menschen und Waffen involviert sind und zum anderen den Grad der Zerstörung, die Zahl der Toten und der Flüchtlinge," sagt Ellerbrock. Die Indikatoren ermöglichen eine Unterscheidung der Konflikte in fünf Stufen: Vom unblutigen Disput (Stufe 1) über die gewaltsame Krise (Stufe 3) hin zum hoch gewaltsamen Konflikt, der allgemein als Krieg bezeichnet wird (Stufe 5).

Die Revolution des Arabischen Frühlings sorgte dafür, dass Länder wie Ägypten und Libyen im Jahr 2011 noch in der höchsten Stufe geführt wurden. Insgesamt registrierten die HIK-Forscher 20 solcher großen Kriege. In diesem Jahr rutschen Ägypten und Libyen in Stufe 4. Das heißt: Formal wird nicht mehr von einem Krieg gesprochen – Blut wird dort aber auch jetzt noch viel zu viel vergossen.

Kommentare zu " So viele Konflikte wie nie: Kein Friede auf Erden"

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  • man würde einen solchen artikel ja im greenpeace magazin, der taz oder der frankfurter abscheu erwarten. aber hier im handelsblatt? das ist ja wohl leicht dreist. kapitlisten verdienen immer dann am besten wenn KEIN friede herrscht. und das handelsblatt ist ja wohl ein kapitalistenblättchen, oder?

  • Propaganda und damit einhergehend Krieg ist das Lebenselexier der Eliten, vor allem der Finanzelite aus Angelsachsien. Krieg ist heute ein M;itel um Menschen und Regionen unter Kontrolle zu halten. Wenn ein Land oder eine Region gegen die Interessen der Finanzelite agiert tauchen Terrosismus, Atombomben Chemiewaffen usw. auf um im Geiste des Präventivkrieges (eine Glocke klingelt hier?) gegen das BÖSE vozugehen. Oder man zettelt einen Bürgerkrieg an. (Nordafrika - arabischer Frühling?)

    Krieg wird nicht von den Menschen geführt die ihn (ver)führen sondern von sehr Wenigen im eigenen Interesse. Menschen sind im Krieg nur Kanonenfutter. Sie sterben nicht für Ihre Interessen auch wenn es ihnen so beigebracht wurde. Viele Menschen sterben für wenige. Das war schon immer so.

    Ein Krieg beginnt mit einer Lüge. Aber gut spätestens seit 9/11 wissen das 80% der deutschen Bevölkerung.

    Krieg ist ein Symptom einer kollektiven Geisteskrankheit die durch Manipulation in den Geist der Menschen als Parasit, der sich zuweilen auch selbständig vermehrt, eingepflanzt wurde.

    Das Ziel eines Krieges ist IMMER das Wohlergehen von Eliten zu mehren und zu sichern. Die Menschen die in einen Krieg getrieben werden haben nichts vom Krieg zu erwarten außer: Leid, Not, Krankheit, Schmerz und am Ende den Tod. Als Sklaven.

    Krieg ist eine Krankheit mit der wir Menschen infiziert werden vor allem über Medien und Religion. Man suggeriert uns, wie immer, das man gegen das BÖSE vorgehen muss. Am Ende hat man die Hörner auf dem eigenen Kopf.

    Es gibt nur ein Heilmittel. Die Vernunft. (PdV Wahl 2013)

  • Wenn Peter Schmitz und Lieschen Müller endlich schnallen, dass Europa- und Bundespolitiker ihre Spargroschen dem Grosskapital in den unersättlichen Hintern geblasen haben, dann brennt auch in Europa die Luft.

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