Soforthilfe gegen Massensterben
Berlin unterstützt Annan bei Sudan-Initiative

Zu umfassender internationaler Soforthilfe für Millionen vom Hungertod bedrohter Menschen in Sudan hat UN-Generalsekretär Kofi Annan am Montag in Oslo aufgerufen. Die Bundesregierung stellte 30 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung.

OSLO/BERLIN. Zur Eröffnung einer zweitägigen Konferenz mit Vertretern von 60 Geberländern und - organisationen in Oslo sagte Annan, innerhalb der nächsten zwei Wochen würden im Süden des westafrikanischen Landes zwei Millionen Menschen ohne Nahrungsmittel sein. Ebenso dramatisch sei die Lage in der westlichen Provinz Darfur.

Annan sagte: „Alle Menschen in Sudan brauchen sauberes Wasser und Nahrung für ihre Familien. Sie haben Frieden verdient. Wir dürfen sie nicht enttäuschen.“ Er bezifferte den Bedarf an Soforthilfe für die Befriedigung der dringendsten Grundbedürfnisse auf eine Milliarde Dollar (770 Millionen Euro). Für die nächsten zweieinhalb Jahre müssen nach Schätzungen der Weltbank sowie der sudanesischen Regierung 2,6 Milliarden Dollar bereitgestellt werden.

Die Bundesregierung stellte am Montag 30 Millionen Euro als Soforthilfe bereit. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Bündnis 90/Die Grünen), sagte in Oslo, dieses Geld solle für die Arbeit des Internationalen Roten Kreuzes und anderer humanitärer Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen zur Verfügung stehen.

Weitere 26 Millionen Euro für den Wiederaufbau im Süden des Landes sollen nur fließen, wenn die im Friedensabkommen vom Januar zwischen Regierung und Rebellen festgeschriebenen Maßnahmen umgesetzt und alle bisher am Nord-Süd-Friedensprozess nicht beteiligten Akteure einbezogen würden. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek- Zeul (SPD) erklärte, diese Mittel würden über Nichtregierungs- Organisationen und einen Weltbank-Geberfonds zur Verfügung gestellt.

Annan sagte, man dürfe über die Probleme im Süden nicht die verzweifelte Lage der Menschen in der westlichen Provinz Darfur aus den Augen verlieren. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen kamen in dem Konflikt dort in den vergangenen beiden Jahren 300 000 Menschen ums Leben, zwei Millionen wurden in die Flucht getrieben. Die US-Regierung kündigte für den zweiten Tag der Geberkonferenz die Zusage von 1,6 Milliarden Dollar an Hilfsleistungen für Sudan an.

Die UN-Organisation für Lebensmittelhilfe (WFP) teilte am Montag mit, dass die Rationen an Wasser und Nahrung für 2,3 Millionen vollständig von Hilfe von außen abhängiger Menschen in Darfur demnächst halbiert werden müssten. Der Grund sei das Ausbleiben von derzeit 41 Prozent der nötigen Hilfsgelder. Im Süden Sudans werden nach WFP-Angaben 3,2 Millionen Menschen durch Hilfe von außen mit Nahrung und Wasser versorgt. Hier seien nur 20 Prozent der nötigen Hilfsgelder bereitgestellt, während gleichzeitig Millionen von früher geflüchteten Sudanesen im Vertrauen auf die Beendigung des Bürgerkrieges zurückströmten.

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