Sohn der Ex-Premierminsterin soll Putscherversuch unterstützt haben
Mark Thatcher hinter Gittern

Mark Thatcher, Sohn der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher, ist unter dem Verdacht der Verwicklung in einen Putschversuch festgenommen worden.

HB KAPSTADT. Thatcher wurde in seinem Anwesen im vornehmen Kapstädter Vorort Constantia unter Hausarrest gestellt, wie die Polizei mitteilte. Seinem Anwalt Peter Hodes zufolge wird Thatcher verdächtigt, einen Hubschrauber für den im März gescheiterten Staatsstreich in Äquitorial-Guinea finanziert zu haben. Er werde sich aber nicht schuldig bekennen.

Polizisten der Elite-Einheit „Scorpions“ schlugen zu, als Thatcher am Morgen seine beiden Kinder zur Schule bringen wollte. Laut Behörden verhielt sich Thatcher "relativ kooperativ". „Wir haben den Verdacht, dass er ein Finanzier dieses Putschversuchs ist“, sagte der Polizeisprecher Sipho Ngwema. Der 51-Jährige Thatcher hat nach seiner Verurteilung zum Hausarrest nun bis zum 8. September Zeit, eine Kaution in Höhe von 250 000 Euro aufzubringen.

Die britische Ex-Premierministerin Margaret Thatcher äußerte sich zunächst nicht zu der Festnahme ihres Sohnes. Die britische Botschaft versicherte, Mark Thatcher könne mit der gleichen konsularischen Hilfe rechnen wie jeder andere Brite.

Der Putschversuch sorgt seit fünf Monaten für Schlagzeilen in Afrika und hat die diplomatische Maschinerie mehrerer Staaten auf Touren gebracht. In der Hauptstadt Malabo des westafrikanischen Staates Äquatorial-Guinea entscheidet ein Gericht zur Zeit über das Schicksal von acht Südafrikanern, sechs Armeniern und vier Einheimischen. Sie sollten als Vorauskommando einer Söldnertruppe den Weg ebnen.

Als ihr Anführer gilt der mit Thatcher befreundete ehemalige britische Elite-Offizier Simon Mann. Er soll eine Million Dollar für die Rekrutierung von Söldnern und Transportmittel bereitgestellt haben. Nach Zeugenaussagen soll Thatcher mit Mann im Juli vergangenen Jahres zusammengetroffen sein. Den Männern droht bei einer Auslieferung nach Äquatorial-Guinea die Todesstrafe.

Die Gruppe um Mann war am 7. März gemeinsam mit einem Deutschen festgenommen worden, nach Angaben der Behörden kurz vor ihrem Flug nach Äquitorial-Guinea. Der Deutsche ist inzwischen in Haft gestorben. Offiziell war Malaria die Todesursache - Südafrikas Medien dagegen gehen von den Folgen der Folter aus, denen die seit ihrer Festnahme in Ketten gehaltenen Gefangenen nach Angaben von Angehörigen ausgesetzt sind. In dem ölreichen Kleinstaat drohen nach Angaben von Menschenrechtsgruppen Verhältnisse, die mit einem Rechtsstaat nur wenig zu tun haben

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