Sohn Saadi will kapitulieren
Gaddafi-Clan bricht auseinander

Offenbar steht auch die Familie nicht mehr geschlossen hinter Muammar Gaddafi. Sein Sohn Saadi nennt die Rebellen „Brüder“ und will sich ergeben. In Paris wird heute Libyens Zukunft besprochen.
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TripolisDer Clan um den gescheiterten libyschen Machthaber Muammar el Gaddafi scheint auseinanderzubrechen. Während Gaddafis Sohn Seif el Islam in einer am Mittwochabend veröffentlichten Audiobotschaft erneut zum Widerstand gegen die Rebellen aufruft, äußerte dessen Bruder Saadi seine Bereitschaft zu einer Kapitulation. Gaddafi selbst soll einem Medienbericht zufolge vergeblich versucht haben, sich nach Algerien abzusetzen. „Wir wollen das libysche Volk beruhigen, dass wir immer noch da sind. Der Widerstand geht weiter und der Sieg ist nah“, sagte Seif el Islam in der vom syrischen Fernsehsender El-Rai verbreiteten Botschaft. Darin meldete sich Gaddafis Sohn nach eigenen Angaben aus einem Vorort von Tripolis zu Wort. Seinem Vater gehe es gut, sagte el Islam. Zugleich warnte er die Rebellen vor einem Angriff auf Sirte. Dort seien 20.000 bewaffnete Männer zum Kampf bereit.

Seif el Islam lebe in einem „Traum“, erwiderte der Vizepräsident des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, Abdel Hafis Ghoga. „Die Gaddafis sind es gewohnt, zu behaupten, sie hätten dutzende Millionen Anhänger, aber am Ende sind sie nicht mehr als überhaupt nur ein Dutzend“, sagte Ghoga. Wenn Seif el Islam von einem nahen Sieg spreche, dann sei dies der Sieg der Revolution.

Gaddafis weiterer Sohn, der weniger einflussreiche Saadi, bezeichnete die Aufständischen in einem Interview mit dem Fernsehsender El-Arabija derweil als „Brüder“. Um das Blutvergießen zu beenden, sei er bereit, sich zu ergeben. Der Vize-Präsident des Militärrats der Rebellen, Mehdi Harati, sagte, Saadi zögere, zu kapitulieren. Die Aufständischen würden aber für seine Sicherheit garantieren, sollte er dies tun. Harati zufolge konnten die Rebellen Außenminister Abdelati el Obeida festnehmen. Einem Sprecher der Aufständischen zufolge wurde er am Mittwoch in einem Vorort der Hauptstadt gefasst.

Von Gaddafi selbst fehlt seit der Einnahme seiner Residenz am Dienstag vor einer Woche jede Spur. Medienberichten zufolge soll er sich in seiner Geburtsstadt Sirte oder in Bani Walid südöstlich von Tripolis verstecken. Die französischsprachige Zeitung „El-Watan“ berichtete auf ihrer Internetseite, Gaddafi versuche von der Grenzstadt Ghadames aus, über seine Einreise nach Algerien zu verhandeln.

Gaddafi habe versucht, den algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika telefonisch zu erreichen, schrieb „El-Watan“ unter Berufung auf Kreise des Präsidialamtes in Algier. Dieser habe sich jedoch geweigert, den Anruf entgegenzunehmen. Gaddafis Frau Saifa sowie seine drei Kinder Aischa, Hannibal und Mohamed konnten sich bereits nach Algerien absetzen. Algier betont jedoch, die Familienmitglieder aus „rein humanitären Gründen“ aufgenommen zu haben.

Über die Zukunft Libyens nach der Ära Gaddafi beraten am Donnerstag in Paris Gesandte von rund sechzig Ländern und Organisationen. Erwartet wird, dass der Übergangsrat der Rebellen seinen Finanzbedarf für die kommenden Monate anmeldet und seine Pläne für die Übergangsphase vorstellt.

Der neue Geschäftsträger der libyschen Botschaft in Berlin, Aly Masednah el-Kothany, schätzt den akuten Finanzbedarf für seine Heimat auf eine Milliarde Euro. Dieses Geld reiche zwar noch nicht, um „genügend Lebensmittel und Medikamente zu importieren, aber es würde uns etwas Luft verschaffen für die nächsten zwei Wochen“, sagte el-Kothany der „Financial Times Deutschland“ vom Donnerstag.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Al-Qaeda Kommandeur Abdelhakim Belhadsch hat das Kommando in Tripolis übernommen berichtet Pepe Escobar von Asia Times. Kein Wunder, dass der Übergangsrat von der afrikanischenn Union nicht anerkannt wird. Südamerika mit Chevez, Kirchner, Lula, Morales ... hat sich emanzipiert. Afrika ist als nächstes dran.

  • Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Das wird denen aber auch nichts nützen denn die Menschen in Libyen werden die Treiber und Folgen der Diktatur nicht so schnell vergessen auch wenn es dem Land "eigentlich" von aussen gesehen gut ging aber das meisste ging in die Hände des Gaddafi Clans.

  • Was hab ich denn jetzt nicht mitbekommen, ich dachte dieser eklige Seif el Islam sei längst gefangen und würde an das Kriegsverbrechertribunal der UN augeliefert.

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