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16.07.2008 
Manöver in Abchasien

Soldaten aus Russland und den USA stehen sich im Kaukasus gegenüber

von Andreas Rinke und Thomas Wiede

Es ist ein Szenario, das an die Schrecken des Kalten Krieges erinnert: Rund um die Provinz Abchasien üben russische und amerikanische Truppen den Militäreinsatz - auf gegnerischen Seiten. Jetzt will Berlin vermitteln.

Ein US-Soldat im Einsatz: Nahe Tiflis stehen sich russische und amerikanische Soldaten gegenüber. Foto: ReutersLupe

Ein US-Soldat im Einsatz: Nahe Tiflis stehen sich russische und amerikanische Soldaten gegenüber. Foto: Reuters

BERLIN/MOSKAU. Im Südkaukasus wachsen die Spannungen zwischen Georgien, der abtrünnigen Provinz Abchasien und Russland. Gestern begannen sowohl Georgien als auch Russland umfangreiche Militärmanöver. Auf georgischer Seite nahmen dabei 1 000 US-Soldaten an der Übung "Immediate Response 2008" (Sofortige Reaktion) teil, wie das Verteidigungsministerium in Tiflis mitteilte. Im russischen Nordkaukasus übten 8 000 russische Soldaten Angriffsszenarien. Russland unterstützt die abtrünnigen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien und hat Georgien mehrfach vor einem Einmarsch gewarnt.

Zwar sind beide Manöver seit langem geplant, doch in den vergangenen Tagen hatte sich die Lage etwa mit dem Abschuss einer georgischen Drohne und dem Eindringen russischer Kampfflugzeuge in den georgischen Luftraum verschärft. Offiziell sieht das russische Militär das Manöver "Kaukasus 2008" als Test für den Einsatz gegen eine terroristische Bedrohung im Süden Russlands. Klar sei aber auch, dass bei der Übung besondere Operationen eines "Friedenseinsatzes" geprüft würden, hieß es.

Bereits in der Vorwoche hatte das russische Militär mit einem Einmarsch in Georgien gedroht. Sollte die Lage eskalieren, werde man mit zusätzlichen Einheiten die dort noch stationierten russischen Uno-Friedenstruppen unterstützen, hieß es in Moskau. Georgien reagierte mit einer Aufstockung seiner Streitkräfte. In den vergangenen Wochen waren bei Anschlägen in Abchasien und Südossetien mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Ungeachtet der Spannungen hat Deutschland eigene Vermittlungsversuche in der Region gestartet. Dabei will die Bundesregierung ihre sehr guten Beziehungen sowohl zu Moskau als auch zur Regierung in Tiflis ausspielen. Deutschland hat zudem den Vorsitz in der "Freundesgruppe" der Vereinten Nationen zur Lösung des Abchasien-Konflikts.

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