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04.01.2009 
Bodenoffensive der israelischen Armee

Soldaten rücken bis kurz vor Gaza vor

Nach achttägigen Luftangriffen hat Israel am Samstagabend mit der Bodenoffensive im Gazastreifen begonnen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP sind die Truppen bis auf wenige Kilometer vor Gaza vorgerückt. Augenzeugen zufolge kontrollierten Infanterie-Einheiten den Berichten zufolge zudem die wichtigste Verkehrsstraße im Gazastreifen, die Salaheddin Road, nördlich und südlich von Gaza.

Eine Explosion im nördlichen Gazastreifen. Foto: ap Lupe

Eine Explosion im nördlichen Gazastreifen. Foto: ap

HB GAZA/ WASHINGTON. Israelische Medien berichteten von heftigen Kämpfen. Im Fernsehen waren zu Beginn der abendlichen Offensive grünliche und körnige Nachtaufnahmen von vordringenden Soldaten zu sehen. Viele der Soldaten waren in voller Kampfausrüstung und mit Nachtsichtgeräten ausgestattet. Am Morgen war über dem Gazastreifen, einem der dichtbesiedelsten Orte der Welt, immer wieder Rauchwolken von brennenden Gebäuden zu sehen.

Nach isralischen Angaben konzentrieren sich die Truppen auf die Zerstörung von Raketen-Abschussrampen im Norden des Gazastreifens. Ziel des Einsatzes ist es, den ständigen Raketenbeschuss isralischer Grenzorte zu unterbinden. Doch auch in der Nacht zum Sonntag feuerten militante Palästinenser weiter Raketen auf Israel ab. Acht Kassam- Raketen und sieben Mörsergranaten seien in Israel eingeschlagen, sagte ein Militärsprecher.

Bei den Gefechten wurden nach Angaben von Ärzten bislang mindestens 20 Palästinenser getötet, viele davon Zivilisten. Der israelischen Armee zufolge wurden 30 ihrer Soldaten verletzt, zwei davon schwer. Die Hamas nahm eigenen Angaben zufolge zwei israelische Soldaten gefangen. Das israelische Militär erklärte jedoch, nichts von einer Gefangennahme zu wissen. Ein Militärsprecher sagte, der Einsatz im Gazastreifen könne viele Tage andauern.

Trotz der Eskalation der Gewalt im Gazastreifen konnte sich der Weltsicherheitsrat in der Nacht nicht auf eine gemeinsame Linie im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern einigen. Nach fast vierstündigen Beratungen sagte der amtierende Vorsitzende Jean- Maurice Ripert am Samstagabend (Ortszeit) in New York gleichwohl, es gebe eine "starke Übereinstimmung" bei den Mitgliedern, ihre ernsthafte Sorge über die Lage zu äußern. Die große Mehrheit verlange eine sofortige Waffenruhe. Mehrere Uno-Diplomaten berichteten, die USA hätten sich geweigert, die Forderung Libyens nach einer sofortigen Waffenruhe im Gazastreifen zu unterstützen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP kritisierte die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas das Scheitern einer Erklärung des Rates. Das Geschehen sei eine "Farce" und beweise, dass die USA und Israel die Entscheidungsfindung in dem Gremium beherrschten, erklärte Hamas-Sprecher Fausi Barhum am Sonntag. Der Uno-Sicherheitsrat habe damit Israel die Möglichkeit gegeben, "sein Massaker" im Gazastreifen fortzusetzen.

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