„Solidarität mit den älteren Menschen“
11 500 Hitzetote in Frankreich

Die französische Regierung hat die bisherigen inoffiziellen Zahlen der Hitzetoten bestätigt. In den ersten zwei Augustwochen seien fast 11 500 Menschen mehr als im Vorjahr gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Paris mit.

HB/dpa PARIS. Der konservative Premierminister Jean-Pierre Raffarin äußerte sich „bestürzt“ über dieses Massensterben nach der schlimmsten Hitzewelle der letzten 50 Jahre. Bis Ende September werde ein Hilfsprogramm eingeleitet, um die Seniorenpflege zu verbessern. Raffarin erinnerte alle Bürger an die Aufgabe der „Solidarität mit den älteren Menschen“.

Das größte französische Bestattungsunternehmen PFG war für den gesamten Monat August von 13 000 zusätzlichen Toten ausgegangen. Die tödlichen Auswirkungen der Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad waren in Frankreich viel schlimmer als in den europäischen Nachbarländern. Die Opfer waren zumeist kranke und geschwächte Menschen über 80 Jahre, die vielfach allein in ihren Wohnungen starben und oft erst Tage nach ihrem Tod entdeckt wurden.

Die Regierung prüft nun eine bessere Versorgung der Senioren in Krankenhäusern und Altenheimen. Dabei wird nach deutschem Beispiel über die Streichung eines Feiertages zur Finanzierung der Senioren- Hilfe nachgedacht. Während der Arbeitgeberverband diese Überlegungen zur freiwilligen Mehrarbeit begrüßte, gab es seitens der Gewerkschaften Proteste.

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