Somalia Auch China kämpft nun gegen die Piraten

Erstmals will Peking vor der Küste Somalias mit EU- und US-Verbänden zusammenarbeiten - und übernimmt sogar einen Teil der Koordinierung. Nun wächst auch der Druck auf Indien und Russland sich zu beteiligen.
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Peking will mit den Partnern aus Europa und den USA Flagge gegen die Piraten zeigen Quelle: ap

Peking will mit den Partnern aus Europa und den USA Flagge gegen die Piraten zeigen

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BRÜSSEL/PEKING/BERLIN. China will bei der Bekämpfung der Piraten vor Somalia eine größere Rolle spielen und hat zugestimmt, sich dem internationalen Kommando der EU und der USA anzuschließen. Die Flotte der Volksbefreiungsarmee werde vermutlich schon im Sommer zum ersten Mal die Koordination der Einsätze vor der Küste im Indischen Ozean mit übernehmen, hieß es in Peking. Das wäre in einem internationalen Militäreinsatz eine bislang einmalige Ausweitung der chinesischen Verantwortung.

China hat bisher in dem von Piraten bedrohten Gebiet nur Kriegsschiffe zum Schutz chinesischer Schiffe eingesetzt. Bereits im Herbst hatte jedoch Peking deutlich gemacht, China sei bereit, eine internationale Koalition zusammen mit den Nato - und EU-Staaten zu bilden.

Beschlossen wurde Chinas stärkeres Engagement auf der Sitzung der internationalen Kontaktgruppe zur Piratenbekämpfung (CGPCS), die am 28. Januar in New York getagt hatte. Ein Großteil der Piratenbekämpfung vor Somalia wird derzeit von einem Führungsstab in Bahrain aus organisiert, dessen Vorsitz die USA haben. Zwei ständige Co-Vorsitze sind für die Nato und die EU reserviert. China, das derzeit drei Militärschiffe vor der Küste Somalias eingesetzt hat, übernimmt nun einen der routierenden Co-Vorsitze.

Mit dem Vorstoß Pekings steigt der Druck auf Staaten wie Russland oder Indien, sich ebenfalls stärker am Anti-Piratenkampf zu beteiligen. Diese Länder operieren bislang im Indischen Ozean unabhängig von der eigens gebildeten internationalen Gemeinschaft "Shared Awarness and Deconfliction" (Shade). Diese hält einen Seekorridor für Tanker und Frachtschiffe auf dem stark befahrenen Meer frei.

Sowohl von der EU als auch der Bundesregierung wurde der angekündigte Schulterschluss mit Chinas Flotte als eine "sehr gute Nachricht" bewertet. "Falls sich China stärker engagiert, ist das auf jeden Fall begrüßenswert", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes auf Anfrage.

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