Somalias Küste
Piraten reduzieren Lösegeldforderung

Die somalischen Entführer des Supertankers "Sirius Star" sind nach Angaben einer Islamistengruppe mit ihrer Lösegeldforderung auf 15 Millionen Dollar heruntergegangen. Die Nato prüft unterdessen ein auf lange Sicht angelegtes Vorgehen gegen die Seeräuber.

HB MOGADISCHU. Die reduzierte Summe der Piraten hätten ihm Mittelsmänner genannt, sagte der Sprecher der Gruppe ICU, Abdirahim Isse Adow am Montag. Ursprünglich hatten die Piraten 25 Millionen Dollar für den saudiarabischen Tanker verlangt. Auch die Seeleute-Organisation East Africa Seafarers Programme berichtete von einer reduzierten Lösegeldforderung. Die Kaperung der mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar beladenen "Sirius Star" war der größte Piratenakt in der Geschichte der Seefahrt.

Der Supertanker mit 25 Besatzungsmitgliedern an Bord war am 15. November etwa 450 Seemeilen südöstlich von Kenia gekapert worden. Die ICU hat angekündigt, das Schiff zu befreien, weil es aus muslimischen Land stammt. Nach dem Auftauchen von ICU-Kämpfern in der somalischen Region Haradheere, vor der die "Sirius Star" Anker geworfen hatte, wurde das Schiff mittlerweile wieder in offene Gewässer dirigiert. Wegen der internationalen Marinepatrouillen könne es aber nicht zu weit auf hohe See fahren, erklärte das East Africa Seafarers Programme.

Die Nato prüft unterdessen ein auf lange Sicht angelegtes Vorgehen gegen Piraten. "Ich bin beauftragt, die längerfristigen Möglichkeiten der Beteiligung der Nato an der Bekämpfung der Piraterie zu prüfen", sagte der Nato-Oberkommandeur, US-General Bantz J. Craddock, am Montag vor Journalisten im belgischen Mons. "Die Frage ist, wo Piraterie noch auftauchen könnte und was wir als Nato tun könnten, wenn wir darum gebeten würden."

Craddock sagte, die Arbeiten zur Übergabe des laufenden Anti-Piraten-Einsatzes von vier Nato-Kriegsschiffen vor der Küste Somalias an die Europäische Union seien in vollem Gange. Nato-Schiffe hätten am Montag sechs Frachter des Welternährungsprogramms (WFP) in den Hafen von Mogadischu eskortiert. Von Dezember an werde dafür die EU zuständig sein. Unabhängig davon prüfe die Nato jedoch ihr längerfristiges Vorgehen. Über die Art seiner Überlegungen wollte Craddock noch nichts sagen. Er werde den Nato-Außenministern Anfang Dezember in Brüssel berichten.

"Man stoppt die Piraten nicht auf hoher See, man stoppt sie an Land", sagte der General. Derzeit könne die Nato Schiffe vor der Küste begleiten und die Kaperung eines Frachtschiffes verhindern, sofern sie in der Nähe sei. "Aber wir haben kein Mandat, um diese Leute zu suchen und zu finden." Er sehe die Piraterie am Horn von Afrika nicht als Terrorakte, hinter denen Verantwortliche des zerfallenen somalischen Staates stünden. "Das ist nicht staatlich gefördert. Hier geht es um Kriminelle, die Schiffe kapern und damit sehr viel Geld machen wollen."

Seite 1:

Piraten reduzieren Lösegeldforderung

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%