Sommer, Sonne, Texas
Amerikaner ärgern sich über Bushs langen Urlaub

Der Mann im kurzärmeligen Hemd trägt Blue Jeans und Cowboystiefel. Er gibt sich bei Pressekonferenzen betont lässig, fällt Zedern oder fährt Mountainbike. Und er heißt George W. Bush. Es ist wieder so weit: Der Präsident hat dem Weißen Haus, das von Harry Truman einmal als der Kronjuwel des amerikanischen Gefängnissystems bezeichnet wurde, den Rücken gekehrt.

WASHINGTON. Dieses Mal genehmigt sich Bush allerdings ein besonders üppiges Urlaubspaket. Ganze fünf Wochen will er sich auf seiner Ranch im 700-Seelen-Nest Crawford aufhalten. Sommer, Sonne, Texas. Für amerikanische Verhältnisse ist dieses Ferien-Kontingent geradezu abenteuerlich. Ein Berufsanfänger kommt im Schnitt auf eine Woche pro Jahr. Und selbst am Ende eines Berufslebens springt für die meisten US-Bürger höchstens ein Monat heraus.

Damit steuert Bush einen neuen Rekord an. Bislang steht Ronald Reagan noch an der Spitze der Freizeit-Präsidenten. Innerhalb von acht Jahren war der Hobby-Holzfäller 335 Tage auf seiner geliebten Farm im kalifornischen Santa Barbara. Wenn Bush am 6. September nach Washington zurückkehrt, wird er seit seinem Amtsantritt 319 Tage in südlichen Gefilden verbracht haben. Das sind 20 Prozent seiner bisherigen Präsidentschaft – Wochenend-Trips nach Camp David oder Kennebunkport nicht mitgerechnet.

„Halt, halt!“, wenden Bushs Berater ein. Der Präsident arbeite im Urlaub, halte Videokonferenzen ab und reise in sieben Bundesstaaten. „Die Perspektive außerhalb der Hauptstadt gibt ihm einen frischen Blick dafür, was die Amerikaner auf dem Herzen haben“, wischt Regierungssprecher Scott McClellan die Einwände der Kritiker vom Tisch. Der Erfolg scheint ihm Recht zu geben: Durch seine erdverbundene, hemdsärmelige Art konnte Bush bis dato in den Umfragen immer wieder Pluspunkte einfahren.

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