Sonderabgabe

Französische Milliardäre wollen Euro retten

In der Stunde der Not springen Frankreichs Superreiche der bedrängten Währung zur Seite. L'Oreal-Erbin Bettencourt und andere Milliardäre wollen eine freiwillige Sonderabgabe entrichten. Nur der reichste Franzose ziert sich.
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Milliardärin Liliane Bettencourt. Quelle: Reuters

Milliardärin Liliane Bettencourt.

(Foto: Reuters)

ParisNach US-Multimilliardär Warren Buffett wollen jetzt auch superreiche Franzosen wie L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt einen Sonderbeitrag in der Schuldenkrise leisten. „Wir sind uns bewusst, dass wir vom französischen Modell und vom europäischen Umfeld in vollem Maße profitiert haben. (...) Wir wollen dazu beitragen, es zu erhalten“, schrieben 16 Wirtschaftslenker und andere reiche Franzosen in einem am Dienstag vom Nachrichtenmagazin „Le Nouvel Observateur“ veröffentlichten Beitrag.

Für die vermögendsten Franzosen solle deswegen ein Sonderabgabe mit „vernünftigem Ausmaß“ eingeführt werden. Sie müsse so kalkuliert werden, dass es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen wie einer verstärkten Steuer- oder Kapitalflucht komme. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs zählen neben L'Oréal-Erbin Bettencourt der Chef des französischen Öl-Konzerns Total, Christophe de Margerie, Frédéric Oudéa (Société Générale) sowie Philippe Varin (PSA Peugeot-Citroën).

Nicht mit dabei ist allerdings der laut „Forbes“-Magazin reichste Franzose Bernard Arnault. Das Vermögen des 62-jährigen LVMH-Chefs wurde zuletzt auf mehr als 28 Milliarden Euro beziffert. Er ist damit noch wesentlich reicher als Liliane Bettencourt, die mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 16 Milliarden Euro als reichste Frau Europas gilt. Der US-Investor Buffett hatte in der vergangenen Woche mit einer ähnlichen Initiative wie die 16 Franzosen Schlagzeilen gemacht und höhere Steuern für reiche und superreiche Amerikaner gefordert.

„Meine Freunde und ich sind lange genug von einem Milliardär-freundlichen Kongress verhätschelt worden“, schrieb der 80-Jährige in einem Kommentar in der „New York Times“. Während Mittel-Klasse-Amerikaner immer schlechter mit ihrem Geld zurechtkämen, würden sich die Superreichen nach wie vor außerordentlicher Steuererleichterungen erfreuen.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Sonderabgabe: Französische Milliardäre wollen Euro retten"

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  • ...es lässt sich leicht reden, als Nicht-Milliardär, aber ist das nicht eine interessante Wendung des sonst eher in den USA auf wohltätige Leistungen ausgerichteten "Beitrags"-Wunsches? Ich finde die Initiative gut, egal ob freiwillig oder per gesetzlicher Regelung. Bin gespannt, wann sich die Superreichen Deutschen zu Wort melden

  • Klingt ja fast ein wenig ehrenvoll, aber im Angesicht der Riesenbeträge, welche aktuell ständig im Gespräch sind, ist das freilich ein Sturm im Wasserglas.

  • Das Geräusch der gewetzten Guillotinen im Ohr suchen sie die Flucht nach vorne.

  • Die können ja schön ihre Milliarden dem französischen Staat schenken. Vielleicht behält er dann AAA 3 Wochen länger.

    Der Euro liegt auf der Totenbahre. Er wird bald beerdigt werden. Und mit ihm diese totalitäre EU. Ich freu mich drauf. Ich freu mich darauf, dass Hybris bestraft wird. Allerdings gehen viele dabei hopps... Auch Deutschland wird den Staatsbankrott erleiden. Wenn man nur in der Lage ist, mit den Fingern beider Hände zu rechnen, bleibt kein anderes Ergebnis übrig. Viele haben das noch nicht begriffen - sie sind eben etwas langsam. Das haben die dann mit unseren Politiker gemein. Schöne neue Welt!

  • Ist ja nett gemeint, doch auch Milliardäre können nicht den Euro retten. Aber der Spitzensteuersatz sollte dennoch angehoben werden.

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