Sonderbehandlung sorgt für Kritik
Schweiz hob Nachtflugverbot für verletzten Scheich auf

Vor 6 Uhr nachts aus Zürich abfliegen? Wegen eines Nachtflugverbots ist das nicht möglich. Es sei denn, man ist ein Scheich aus Katar. Weil der Flughafen dem ehemaligen Emir eine Ausnahme gewährte, hagelt es nun Kritik.

ZürichEigentlich herrscht am Airport von Zürich ein strenges Nachtflugverbot. Doch für den einstigen Emir von Katar und seine Entourage haben die Schweizer zu Weihnachten ein Auge zugedrückt. Für drei Passagierjets des arabischen Königshauses wurden deutlich vor 6 Uhr Landegenehmigungen erteilt. Der Grund für die in Schweizer Medien kritisierte Sonderbehandlung wurde am Dienstag offiziell nachgereicht: Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani (63), Oberhaupt des ölreichen Emirats am Persischen Golf von 1995 bis 2013, hatte sich in den Ferien einen Bruch zugezogen und musste operiert werden.

Der Ex-Emir sei am 26. Dezember erfolgreich vom Chefarzt an der linken Hüfte operiert worden, erklärte die auf Orthopädie spezialisierte Zürcher Schulthess Klinik im Auftrag ihres VIP-Patienten. „Die Operation ist ohne Komplikationen und zur vollsten Zufriedenheit verlaufen.“

Nach Informationen des Zürcher „Tages-Anzeigers“ war zunächst ein Airbus der katarischen Regierungsflotte um 00.30 Uhr eingeschwebt. Um 5 Uhr und 5.15 Uhr seien dann zwei weitere Flugzeuge aus Doha in Zürich gelandet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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