Sonderermittler Robert Mueller
Dieser Mann kann Trump gefährlich werden

Er war FBI-Chef, Mafiajäger und wirkte bei der Aufklärung des VW-Skandals mit: Mit Robert Mueller hat die US-Regierung einen erfahrenen Juristen zum Sonderermittler in der „Russland-Connection“ berufen. Ein Porträt.
  • 7

Berlin, DüsseldorfDie Ankündigung war kurz und nüchtern. „Ich akzeptiere diese Verantwortung und will sie nach den besten meiner Möglichkeiten ausführen“, teilte Robert Mueller am Mittwochabend US-Ostküstenzeit mit. Der ehemalige FBI-Chef und Staatsanwalt soll nun auf Wunsch der US-Regierung als überparteilicher Sonderermittler die mutmaßliche „Russland-Connection“ von US-Präsident Donald Trump und dessen Umfeld aufklären.

Der 72-Jährige steht damit im Zentrum eines Skandals, der das politische Washington mehr erschüttert als alle bisherigen in den vier Monaten seit Trumps Amtsantritt: Haben Trumps Mitarbeiter oder gar er selbst im Wahlkampf einen schmutzigen Deal mit Moskau geschlossen, wonach die Russen mittels Cyberangriffen und Verleumdungskampagnen Trumps Konkurrentin Hillary Clinton schwächen und im Gegenzug von der neuen Administration nett behandelt werden? Hat sich der Präsident im Zuge seiner privaten Geschäfte in Russland irgendwann erpressbar gemacht? Trumps Rausschmiss des FBI-Chefs James Comey, der in der Sache ermittelte, hat solche Spekulationen nur noch weiter befeuert.

Es sind brisante Fragen mit viel politischem Sprengstoff, denen Mueller nun nachgehen muss. Trumps Republikanische Partei steht – zumindest noch – größtenteils hinter dem Präsidenten und weist die Vorwürfe offiziell zurück, während die Demokraten die „Russland-Connection“ als erwiesen ansehen.

Zwischen diesen Erwartungen muss Mueller hindurchnavigieren. Wenn er etwas Anrüchiges findet, schadet er Trump und hilft den Demokraten. Findet er nichts, haben die Demokraten ein Problem, ihre Vorwürfe gegen den Präsidenten aufrechtzuerhalten.

Beide Seiten, so zeigen die ersten Reaktionen auf seine Berufung als Sonderermittler, trauen Mueller das zu. „Mueller ist eine tolle Wahl. Tadellose Referenzen. Sollte weithin akzeptiert werden“, twitterte der der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses im Repräsentantenhaus, Jason Chaffetz. Selbst die rechte Website Breitbart, deren früherer Chef Stephen Bannon als Strategieberater im Weißen Haus arbeitet, nannte die Entscheidung „vertretbar und sogar gut, wenn auch unnötig“.

Mueller kann gleich damit loslegen, den neuesten Enthüllungen nachzugehen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag meldete, hat es Insidern zufolge zwischen Trumps Wahlkampfberatern und Personen mit Verbindungen zur russischen Führung ein noch engerer Austausch bestanden als bislang bekannt. Zwischen April und November 2016 habe es in mindestens 18 Fällen Telefonate oder E-Mails gegeben.

Mueller, ehemaliger Bundesstaatsanwalt in Kalifornien, ist in vielerlei Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung in der US- Bundespolizei. Er ist der einzige FBI-Chef, dessen gesetzlich festgelegte Amtszeit von zehn Jahren verlängert wurde: Der demokratische Ex-Präsident Barack Obama bat Mueller 2011, noch zwei Jahre dranzuhängen. Zuvor hatte er unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush gedient.

Das zeigt bereits, dass Mueller über die Parteigrenzen hinweg als integer gilt und einen exzellenten Ruf als Ermittler genießt. Bekannt wurde er durch seine professionelle Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001. Er war damals erst ein paar Tage im Amt und stand gleich unter ungeheurem politischen Druck. Machte doch die Öffentlichkeit das FBI dafür verantwortlich, dass die Al-Qaida-Terroristen ihre Tat unbemerkt von den Sicherheitsbehörden planen und durchführen konnten.

Seite 1:

Dieser Mann kann Trump gefährlich werden

Seite 2:

Trump könnte Mueller nicht direkt feuern

Kommentare zu " Sonderermittler Robert Mueller: Dieser Mann kann Trump gefährlich werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das freudig-maniehafte Aufbegehren über die Einsetzung eines Sonderermittlers des Justizministeriums zur Klärung des Wahrheitsgehaltes all der unendlichen, hysterisch und fiesest vorgetragenen Behauptungen gegen den US-Präsidenten Trump seitens der "Demokraten" und Massenmedien wird, meiner Empfindung nach, der Anfang des überfälligen Endes ihrer eigenen Selbstherrlichkeiten sein.
    #

    Im Übrigen versucht Unten ein Troll, deren auch sonst in den Kommentaren der deutschen Massenmedien nicht mangelt, den Marc Hofmann zu mimen.

  • @Herr Hofmann Marc

    Stimmt ..... genauso ist es. Kein gutes Gefühl :-)

  • Es wäre schön zu wissen, was für ein so großes Geheimnis Trump eigentlich "verraten" haben soll? Dass es Terroristen gibt und dass die böse sind? Der Begriff Demokratie verkommt immer mehr zum Platzhalter für die Meinung der regierenden Gutmenschen-Kaste, der zur Durchsetzung ihrer Ideologie jedes Mittel recht ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%