Sonderermittler Robert Mueller
Dieser Mann kann Trump gefährlich werden

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Trump könnte Mueller nicht direkt feuern

Kritiker forderten damals gar die Auflösung des FBI. Mueller hielt dagegen – und baute die Anti-Terror-Maßnahmen massiv aus. Zehn Jahre später saß er mit Obama im Situation Room des Weißen Hauses und erlebte live mit, wie Spezialeinheiten den Terrorchef Osama Bin Laden aufspürten und töteten.

Der Kampf gegen den Terrorismus begleitete Mueller bis zum Ende seiner Amtszeit. Im April 2013, kurz bevor er aus dem Amt schied, explodierten beim Marathon in Boston zwei Bomben. „Man sitzt zusammen mit den Familien der Opfer, sieht die Schmerzen, durch die sie gehen, und fragt sich, ob nicht mehr hätte getan werden können“, sagte er in einem Interview im selben Jahr.

Auch nach seinem Ausscheiden beim FBI war Mueller ein gefragter Mann. So überwachte er zuletzt den Vergleich im VW-Abgasskandal zwischen den US-Behörden und dem deutschen Autobauer. Mueller arbeitete bisher für die Anwaltskanzlei Wilmer Hale, die auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner vertritt. Von diesem Posten muss der Sonderermittler jetzt zurücktreten.

Geboren wurde Mueller in New York City und wuchs außerhalb von Philadelphia auf. Als Marineoffizier führte er einen Fallschirmjägerzug in Vietnam an und wurde mit Auszeichnungen wie der Bronze Star Medal und dem Purple Heart geehrt. Als Bundesstaatsanwalt stieg er schnell auf. Später, an der Spitze der Kriminalabteilung des Justizministeriums, beaufsichtigte er aufsehenerregende Ermittlungen, etwa gegen den früheren Diktator in Panama, Manuel Noriega, oder den New Yorker Mafiaboss John Gotti.

Mueller gilt als effizienter Manager, aber ruppig im Umgang. Mueller ist mit dem gerade von Trump gefeuerten Ex-FBI-Chef Comey eng befreundet. So unterstützte er Comey, als der 2004 im Streit über die Rechtmäßigkeit von Lauschangriffen öffentlich den Bruch mit der damaligen Bush-Administration riskierte.

Das bringt Mueller bei der Bundespolizei zwar viele Sympathien ein, macht seinen Job als Sonderermittler aber nicht unbedingt leichter. Denn jetzt gilt es für Mueller, nach allen Seiten seine Unabhängigkeit zu bewahren.

Er hat eine breite Palette von Möglichkeiten, seine Ermittlungen voranzutreiben. Mueller bleibt zwar dem Vize-Justizminister Rod Rosenstein unterstellt, kann jedoch über den Umfang und die Art seiner Ermittlungen selbst bestimmen. Auch kann er Anklage gegen Personen erheben. Vor allem aber bestimmt er selbst, wie lange seine Ermittlungen dauern sollen.

Es ist also Mueller, der das Damoklesschwert über Trump hält. Der Präsident kann Mueller übrigens nicht direkt feuern, wohl aber Rosenstein anweisen, das zu tun. So war es auch 1973, als der damalige US-Präsident Richard Nixon die Entlassung des Sonderermittlers zur Watergate-Affäre anordnete. Daraufhin traten allerdings der Justizminister und dessen  Stellvertreter aus Protest zurück. Nixon musste ein Jahr später dann selbst zurücktreten.

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Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent
Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik

Kommentare zu " Sonderermittler Robert Mueller: Dieser Mann kann Trump gefährlich werden"

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  • Das freudig-maniehafte Aufbegehren über die Einsetzung eines Sonderermittlers des Justizministeriums zur Klärung des Wahrheitsgehaltes all der unendlichen, hysterisch und fiesest vorgetragenen Behauptungen gegen den US-Präsidenten Trump seitens der "Demokraten" und Massenmedien wird, meiner Empfindung nach, der Anfang des überfälligen Endes ihrer eigenen Selbstherrlichkeiten sein.
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    Im Übrigen versucht Unten ein Troll, deren auch sonst in den Kommentaren der deutschen Massenmedien nicht mangelt, den Marc Hofmann zu mimen.

  • @Herr Hofmann Marc

    Stimmt ..... genauso ist es. Kein gutes Gefühl :-)

  • Es wäre schön zu wissen, was für ein so großes Geheimnis Trump eigentlich "verraten" haben soll? Dass es Terroristen gibt und dass die böse sind? Der Begriff Demokratie verkommt immer mehr zum Platzhalter für die Meinung der regierenden Gutmenschen-Kaste, der zur Durchsetzung ihrer Ideologie jedes Mittel recht ist.

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