Sondergesandter Annan
Syrien hält sich nicht an Waffenruhe

In Syrien ist der vereinbarte Waffenstillstand weiterhin brüchig. Nach Aussage des Sondergesandten Kofi Annan hat die Regierung nicht wie gefordert schwere Waffen aus den umkämpften Städten abgezogen.
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GenfSyrien hat nach Darstellung des internationalen Sondergesandten Kofi Annan nicht wie gefordert schwere Waffen aus umkämpften Städten abgezogen. Zudem setzten syrische Soldaten und Sicherheitskräfte Menschen, die Kontakt zu UN-Beobachtern gehabt hätten, massiv unter Druck, sagte Annans Sprecher Ahmad Fawzi am Dienstag unter Berufung auf Satellitenaufnahmen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Einige anschließend getötet würden. Annan werde den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in Kürze darüber informieren.

Satellitenbilder zeigten, dass die syrische Streitkräfte nicht wie unter dem UN-Friedensplan vereinbart, schweres Gerät aus den Stadtzentren entfernt und in die Kasernen zurückgebracht hätten. „Sie behaupten, dass sie es getan haben. Satellitenbilder und glaubwürdige Berichte zeugen jedoch davon, dass es nicht vollständig umgesetzt wurde. Das ist nicht akzeptabel“, sagte Fawzi.

Vor knapp zwei Wochen trat ein Waffenstillstand in dem Machtkampf zwischen Präsident Baschar al-Assad und der Opposition in Kraft. Er erwies sich jedoch als brüchig. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte in Berlin am Dienstag, er verurteile die Verletzung der Waffenruhe. Umso wichtiger sei es, jetzt schnell die beschlossene UN-Beobachtermission zu entsenden.

Deutschland sei bereit, im Interesse einer friedlichen, politischen Lösung, auch logistische und materielle Hilfe zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen den Druck so weit erhöhen und halten, dass alle Punkte des Annan-Plans umgesetzt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sondergesandter Annan: Syrien hält sich nicht an Waffenruhe"

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  • solange es kriege gibt, verdient sich die elite und die waffenlobby samt banken, die mit dubiosen finanzgeschäften an dieser misere beteiligt sind, eine goldene nase. sollte es irgendwann für immer firden geben, ist entweder die menschheit selbst ausgelöscht oder wir haben eine weltordnung, die sich nicht mehr an materiellen dingen klammert. solange es aber eine weltwirtschaftsordnung mit einem noch größerem weltfinanzwesen gibt, solange wird es nicht besser.

  • Zitat aus dem Stern: "Nach Angaben des Chefs der UN-Friedenstruppen, Hervé Ladsous, könnte es noch einen Monat dauern, bis die ersten 100 Beobachter vor Ort seien. Seinen Angaben zufolge lehnte Damaskus bereits Vertreter aus Ländern ab, die zur Gruppe der Freunde Syriens gehören. Dies sind unter anderen die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Saudi-Arabien und Katar."

    Das Problem lässt sich einfach lösen. Man verteile einfach 289 UN-Uniformen an solche Assad-Schergen, die sich als besonders zuverlässig und neutral hervorgetan haben.11 Beobachter sind ja schon da.

  • Sollen die Waffen denn überhaupt schweigen ?? Es ist doch gar nicht im Sinne des Westens .....

    http://www.taz.de/Antwort-auf-Rafik-Schami/!89947/

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