Sorge um Konjunktur: Brown bittet Banker in die Downing Street

Sorge um Konjunktur
Brown bittet Banker in die Downing Street

Der britische Premier Gordon Brown hat internationale Finanzinstitute davor gewarnt, die Finanz- und Wirtschaftskrise als Vorwand für eine „De-Globalisierung“ zu nutzen. „Wir müssen eine neue Form des Finanzprotektionismus vermeiden, einen Rückzug auf die Kreditvergabe im eigenen Land und auf die Inlandsmärkte“, sagte Brown.

dih/HB LONDON. Wachstum und Arbeitsplätze in aller Welt hingen davon ab, dass die Banken eine „schädliche, weltweite Spirale exzessiven Schuldenabbaus“ vermieden und stattdessen weiter Kredite vergäben.

Am 2. April leitet der britische Premier den G20-Gipfel in London. Eine der wichtigsten Aufgaben des Treffens sei es, neue Regeln für den internationalen Handel zu finden und einen Rahmen für die Finanzmärkte, der „in Aufsicht und Haftung global ist“, sagte der Premier. Ohne eine solche neue Finanzstruktur verliere die Globalisierung ihre Unterstützung.

Zur Vorbereitung des Treffens hat Brown die Chefs der größten internationalen Banken zu einem Treffen eingeladen; der Zeitpunkt ist offen. Dabei will er ihnen ins Gewissen reden, um den Rückzug von den internationalen Märkten zu verhindern. Der Premier deutete neue Hilfen an, um Kreditrisiken der Banken untereinander zu reduzieren. Zugleich müsse die Kreditvergabe des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Entwicklungsbanken ausgeweitet werden. Die Banken wussten von Browns Einladung noch nichts, wie eine Umfrage des Handelsblatts zeigte. Bei den britischen Großbanken HSBC und Barclays war daher ebenso wenig ein Kommentar zu erhalten wie bei Goldman Sachs und Citigroup in den USA, Santander in Spanien und UBS in der Schweiz.

Brown wird in den nächsten Tagen Vorgespräche für den G20-Gipfel mit seinen Amtskollegen in China, Südkorea und Japan führen und die Chefs internationaler Institutionen treffen, darunter Weltbankpräsident Robert Zoellick. Als zentrale Aufgaben für den Gipfel nannte er den Ausbau eines globalen finanziellen Frühwarnsystems, eine Lösung für das „globale Regulierungsdefizit“ und neue „Best Practice“-Standards für internationale Finanzinstitute.

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