Sorge um Weltwirtschaft
Putin giftet gegen „Finanz-Parasitentum“ der USA

Die USA haben mit ihrem Schuldenkompromiss die drohende Staatspleite abgewendet. Den russischen Premier beeindruckt das wenig. Mit scharfen Worten wettert Putin gegen die Finanzpolitik der Vereinigten Staaten.
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Washington/MoskauWashington verhalte sich in der internationalen Finanzwelt „wie ein Parasit“ und bringe mit der Monopolstellung des Dollars die gesamte Weltwirtschaft ins Wanken, sagte der russische Regierungschef Wladimir Putin bei einem Ferienlager kremltreuer Jugendlicher. „Die USA leben auf Pump, und das ist für eine der führenden Volkswirtschaften der Welt sehr schlecht“, betonte er in einer Rede, deren Text die Regierung am Dienstag im Internet veröffentlichte. International sei Zeit für Alternativen zum Dollar, sagte Putin. Dies könnte ein „fester Euro“ sein.

Mit der Zustimmung des Repräsentantenhauses zum Schuldenkompromiss dürften die USA die drohende Staatspleite wohl abgewendet haben. Die noch ausstehende Billigung der Vereinbarung im Senat am Dienstag galt als sicher. Präsident Barack Obama dürfte dann umgehend das Gesetz mit seiner Unterschrift in Kraft setzen. Danach darf die Bundesregierung in Washington weitere Schulden aufnehmen, kann ihre Rechnungen bezahlen und hat die weltweiten Finanzmärkte vor einer Schockwelle bewahrt.

Völlig beruhigt sind diese indes nicht: Die geplanten Ausgabenkürzungen im US-Haushalt könnten den Ratingagenturen nicht genug sein, um den USA weiterhin die Top-Bewertung AAA zu geben. Außerdem richtet sich die Aufmerksamkeit jetzt auf die Wirtschaftslage der USA, wo von Wachstum derzeit wenig zu sehen ist.

An den Märkten verpuffte daher auch schnell die erste Erleichterung. China als größter Gläubiger der USA hat den Schuldenkompromiss kritisiert. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin warf den USA vor, durch die Dollardominanz ihre Probleme auf die Weltwirtschaft abzuwälzen.

Im Repräsentantenhaus stimmten am Montagabend 269 Abgeordnete für den von den Parteispitzen ausgehandelten Plan. Der Senat sollte noch am Dienstag (18.00 MESZ) den Vorschlag annehmen. Damit könnte Obama wenige Stunden vor dem Auslaufen der entscheidenden Frist das Schuldenlimit von derzeit 14,3 Billionen Dollar anheben.

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China äußert Vorbehalte

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  • Seitdem der Nebenfach-Volkswirtschaftler, Chemikersohn und nimmermüde Anti-China-Trommler Gabor Steingart von den Holtzbrincks als Schlagzeilen-Aufseher installiert wurde, feiern die Tätigkeitsworte "giftet" und "stänkert" ihre Wiederauferstehung.

    Wir erinnern uns:

    Wirtschaftsweiser giftet gegen Mindestlohn-Befürworter
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wirtschaftsweiser-giftet-gegen-mindestlohn-befuerworter/3824998.html
    Berggruen stänkert gegen die Deutsche Bank
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/berggruen-staenkert-gegen-die-deutsche-bank/3523520.html

    Wie wär's demnächst mit:
    Verdienstvoller Redakteur giftet gegen Pentagon und Wall Street.

    Man wird ja ein bißchen stänkern, äh, träumen dürfen...

  • Ja Putin, der lupenreine Demokrat und geliebte Führer eines Landes, das Demokratie im Wörterbuch nachschlagen muss. Wer kann kompetenter in der Wirtschaftspolitk und Währungspolitik sein,
    als eine Mann wie Putin, dessen Einnahmen nur aus Gas Gas Gas und Öl bestehen. Genial: einfach die Preise anheben und alles ist paletti. Öl und Gas haben jedoch keine Zukunft, wie jeder weiss. Das gleiche gilt für Politclowns, wie Putin und auch die Zukunftsfähigkeit Russlands darf in Zweifel gezogen werden.

  • Putin hat recht. Eigentlich hätte auch die Eurozone schon längst das ewige Hinterherlaufen hinter den angelsächsischen Finanzfuzzis aufgeben müssen (wie die Lemminge und die sind auch über die Böschung gestürzt). Nur die Chinesen stecken in der Falle. Aber da in jeder Krise auch eine Chance steckt... Wir müssen nur aufpassen und uns endlich vom amerikanischen Finanzimperialismus befreien!

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