South Carolina ist für die Opposition ein schwieriges Pflaster
Der „Bibelgürtel“ schwört auf Bush

Die Hiobsbotschaft flatterte John Mayes vor wenigen Wochen ins Haus: Sein Arbeitgeber, der Auto-Zulieferer Bosch, macht dicht und zieht ins billigere Mexiko. Für die Stadt Sumter im Herzen des US-Bundesstaates South Carolina ist das ein harter Schlag: 800 Jobs fallen weg. Doch John, ein 44-jähriger Maschinenbau-Ingenieur, trägt es mit Fassung. „Das ist eine Unternehmens-Entscheidung“, sagt er und zuckt mit den Schultern.

„Die Industrie kehrt South Carolina seit Anfang der 90er Jahre den Rücken: Daran ist die Nafta schuld“, fügt er hinzu. Präsident George W. Bush habe damit nichts zu tun. „Ich werde ihn wieder wählen“, meint der Mann mit der schwarzen Harley-Davidson-Lederjacke. Begründung? „Ich bin gegen die Homosexuellen-Ehe, gegen Steuer-Erhöhungen und gegen eine aufgeblähte Regierung“. Nie daran gedacht, für die Demokraten zu stimmen? „No way“, meint er und braust in seinem braunen Toyota davon.

Eine Blitz-Umfrage im Schnell- Restaurant Hardee's, am Stadtrand von Sumter, ergibt ein ähnliches Bild. „Ich bin für Bush, weil er ein Führer und ein Christ ist“, meint Bob Davis, ein 54-jähriger Berufsberater. Sein Schwiegersohn Terrance, der in der „Praise the Lord“-Gemeinde arbeitet, nickt: „Der Präsident kämpft gegen Abtreibung.“

South Carolina ist für die Opposition ein schwieriges Pflaster. Zwar liegt der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry nach einer landesweiten CNN-Umfrage derzeit mit 54 zu 46 Prozent vor Bush; und auch bei den gestrigen Vorwahlen in sieben Bundesstaaten galt Kerry als haushoher Favorit. Doch im Süden ticken die Uhren anders. Für einen Großteil der Bevölkerung sind soziale Werte wichtiger als Wirtschaftsfragen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass South Carolina allein in den vergangenen drei Jahren rund 64 000 Industrie-Jobs verloren hat.

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