South-Stream-Pipeline
EU-Staaten machen Front gegen Gazprom

Darf ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrollieren? Die EU-Kommission nimmt den russischen Monopolisten Gazprom ins Visier. Ein Lieferungsstopp würde einige Staaten besonders hart treffen.
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BrüsselDie EU-Staaten wollen verstärkt die Kontrolle von Gas-Pipelines durch Monopolisten wie den russischen Konzern Gazprom ins Visier nehmen. In einem der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorliegenden Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels Ende Oktober bekräftigen die Staats- und Regierungschefs, dass die Liberalisierung der Gas- und Strommärkte in der EU effektiv und konsequent umgesetzt werden müsse.

Als Teil des sogenannten dritten Energiepakets sollen sich Versorger von Infrastruktur wie Pipelines trennen, wenn sie sonst eine dominierende Marktposition einnehmen würden. Die Vorgabe betrifft auch Gazprom, das unter Umgehung der Ukraine die Pipeline South Stream durch Südosteuropa bis nach Österreich bauen will. Mit der Umsetzung dieser Vorgaben entspräche South Stream nicht den EU-Regeln.

Die EU-Kommission hat wiederholt Bedenken gegen das Pipeline-Projekt geäußert. Ihrer Ansicht nach ist es unzulässig, dass ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrolliert. Bulgarien hat deshalb seine Arbeiten an South Stream auf Eis gelegt.

Das Land wäre bei einem Stopp von russischen Gaslieferungen besonders hart betroffen, wenn die Regierung in Moskau die Leitungen durch die Ukraine wegen des Streits über unbezahlte Rechnungen schließt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die EU-Pläne für das dritte Energiepaket bereits scharf kritisiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " South-Stream-Pipeline: EU-Staaten machen Front gegen Gazprom"

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  • Man könnte ja auch mal die Frage stellen, welche Schulden ein Land überhaupt bei einem anderen Land hat, das ihm gerade ein Stück Territorium (Krim) gestohlen hat und es zusätzlich mit seiner Armee destabilisiert. Ich würde sagen, man sollte über eine Strafsteuer auf alle russischen Exporte nachdenken, die von staatlichen oder teilstaatlichen Firmen kommen.

  • Österreich sollte sich dringend nach Alternativen zum russischen Gas umsehen, doch schnell geht am Energiemarkt gar sich ned.

    Der bedeutendste Gaslieferant für Europa ist nun einmal Russland! 60% des Gases kommt von Russland. Die größte Pipeline "Brotherhood" führt mitten durch die Ukraine. Wenn dort die Lage eskaliert, könnten die beiden kleineren Pipelines "Yamal" und "Nord-Stream" nur einen Teil der Gaslieferungen übernehmen.

    Die "Southstream" Pipeline, die an der Ukraine vorbei durch das Schwarze Meer nach Niederösterreich führen soll muss ja erst noch gebaut werden.

    Bis dahin werden uns Eiszapferl wachsen! Zum Glück habe ich Ofen und Holz zuhause, echt! Und in so einer Situation haben sie in Wien den Notkamin gestrichen! Wie verrückt ist das? Auf zur bewussten Monopol-Abhängigkeit!

    Hier noch ein interessanter Beitrag, der zum Thema passt: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140929_OTS0046/russischer-gasboykott-muss-oesterreich-im-winter-frieren-bild

  • >> Die EU-Kommission hat wiederholt Bedenken gegen das Pipeline-Projekt geäußert. Ihrer Ansicht nach ist es unzulässig, dass ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrolliert <<

    Diese EU Kommission hat zwar Bedenken ( warum auch immer ), hat diese Bedenken aber NIE begründet ( einfach halt Bedenken äußern...)

    Man kann auch Bedenken haben, warum eine Gasprom NICHT als Investor auftreten soll....?

    Und diese Bedenken sind nicht reine Bedenken, sondern stichhaltig !

    Die EU schneidet sich mit den Spielchen gegen die Gasprom ins eigene ( bzw. ihrer Bürger ) Fleisch.

    Dagegen sollte man auch Bedenken haben !

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