Sozialabgaben im internationalen Vergleich
OECD: Deutsche Arbeitnehmer hoch belastet

Was viele Bundesbürger immer wieder beklagen, wird jetzt von offizieller Seite bestätigt. Laut einer OECD-Statistik ist die Belastung der deutschen Arbeitnehmer durch Sozialabgaben im internationalen Vergleich überproportional hoch. Die OECD-Experten sehen hier ein Versäumnis der Politik.

HB BERLIN. Das Beitragsaufkommen der Sozialversicherungen in Deutschland habe vergangenes Jahr bei 13,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und damit weit über dem OECD-Durchschnitt von 9,2 Prozent gelegen. Innerhalb der OECD hatten damit nur die Slowakei und Tschechien die Sozialbeiträge einen größeren Anteil am Steuer- und Abgabenaufkommen.

„Durch hohe Sozialabgaben werden Erwerbseinkommen und damit der Faktor Arbeit besonders stark zur Finanzierung staatlicher Aufgaben herangezogen. Gleichzeitig wird die Last auf mittlere und untere Erwerbseinkommen konzentriert“, hieß es in dem Bericht. Grund dafür ist, dass Sozialbeiträge durch Beitragsbemessungsgrenzen gedeckelt sind und die Belastung somit mit zunehmendem Einkommen sinkt.

„Neben einer nachhaltigen Kostendämpfung in den Sozialsystemen sollte Deutschland eine stärkere Steuerfinanzierung der sozialen Sicherung anstreben“, riet Chris Heady, Leiter der Abteilung Steuerpolitik und Steuerstatistik bei der OECD. Zur Finanzierung einer solchen Reform könnten neben der Mehrwehrwertsteuer auch Steuern auf Umwelt- und Ressourcennutzung oder die im internationalen Vergleich niedrigen Steuern auf Vermögen herangezogen werden.

Die OECD ist ein Forum, in dem die Regierungen von 30 demokratischen Marktwirtschaften zusammenarbeiten. Das Sekretariat sammelt Daten, beobachtet Trends und analysiert und prognostiziert wirtschaftliche Entwicklungen.

Die Gesamtbelastung mit Steuern und Sozialabgaben ist in Deutschland allerdings geringer als in allen großen europäischen Volkswirtschaften. Sie reiche mit einer Quote von 35,6 Prozent nur knapp an den OECD-Schnitt heran.

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