Soziale Spannungen
Aufschwung in Staaten des Arabischen Frühlings in Gefahr

Die immer noch instabile politische Lage und wachsende soziale Spannungen bremsen den wirtschaftlichen Aufschwung in den Ländern des Arabischen Frühlings. Der IWF fordert Reformen für mehr Arbeitsplätze und Wachstum.
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AmmanIn den Ländern des Arabischen Frühlings bremsen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wachsende soziale Spannungen die wirtschaftliche Erholung nach der Revolution. Die politische Unsicherheit erhöhe den Druck auf die Staatshaushalte und bedrohe die ökonomische Stabilität, sagte der IWF-Direktor für den Nahen Osten und Nordafrika, Masud Ahmed, am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters.

"Die große Herausforderung in diesem Jahr ist es, mit den Erwartungen einer Bevölkerung umzugehen, die immer weniger Geduld aufbringt", sagte Ahmed am Rande des Weltwirtschaftsforums zum Nahen Osten und Nordafrika in der jordanischen Hauptstadt Amman. Es müssten Maßnahmen getroffen werden, die die Wirtschaft stabilisierten und die Basis für ihre Reform legten, damit es mehr Arbeitsplätze und Wachstum gebe.

Ölimporteure wie Marokko, Tunesien, Ägypten und Jordanien müssten hohe Preise für Energie und Lebensmitteleinfuhren zahlen, erklärte Ahmed. Sie hätten außerdem mit den Auswirkungen der rückläufigen Entwicklung der Weltwirtschaft und mit der wachsenden Unzufriedenheit der Bevölkerung seit der Revolution vor mehr als zwei Jahren zu kämpfen, sagte er.

Der Übergang dauere länger als gedacht, die Arbeitslosigkeit wachse und die sozialen Unruhen nähmen zu, zählte Ahmed auf. Schon jetzt sei in den Ländern rund ein Drittel der jungen Leute arbeitslos. Wenn der Staat nun mehr Geld für Lebensmittel- und Benzinsubventionen ausgebe, dann wachse sein Defizit. Politische Instabilität wiederum schrecke die dringend benötigten ausländischen Investoren ab, sagte Ahmed.

"Mitten im politischen und sozialen Übergang ist es noch schwieriger, die notwendigen Reformen umzusetzen, um das Ungleichgewicht im Etat zu beheben", räumte Ahmed ein. "Aber die Option, all dies noch länger hinauszuschieben, gibt es für viele Länder einfach nicht."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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