Sozialisten an Pro-Europa-Koalition beteiligt
Serbien erhält pro-westliche Regierung

Rund sechs Wochen nach der vorgezogenen Parlamentswahl hat Serbien eine neue Regierung. Daran beteiligt sind neben den beiden pro-europäischen Parteien des Landes auch die Sozialisten (SPS) des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic.

HB BELGRAD. Serbien erhält wohl eine prowestliche Regierung. Sechs Wochen nach der Parlamentswahl stimmte die Sozialistische Partei des verstorbenen Expräsidenten Slobodan Milosevic am Montag einer Koalition mit den proeuropäischen Kräften unter der Führung von Präsident Boris Tadic zu.

Der Parteivorstand habe dem Beschluss mit überwältigender Mehrheit zugestimmt, erklärte die SPS. Parteichef Ivica Dacic sagte, die Entscheidung bedeute ein „großartiges Comeback“ für die Partei und biete die Chance für einen Neuanfang. Die neue Regierung könnte schon bald gebildet werden, sagte er weiter.

Die Koalition für ein europäisches Serbien unter Führung Tadics war aus der vorgezogenen Parlamentswahl am 11. Mai zwar als stärkste Kraft hervorgegangen, für die Bildung einer Regierung ist ist allerdings auf weitere Partner angewiesen. Die Sozialistische Partei spielte dabei die Rolle des Königsmachers. Sie wurde auch als Verbündeter der antieuropäischen nationalistischen Radikalen Partei umworben.

Die SPS war in Serbien in den 90er Jahren während der zehnjährigen Herrschaft Milosevics an der Macht. Die Partei wird für vier Kriege auf dem Balkan mitverantwortlich gemacht, die Wirtschaft kam in dieser Zeit zum Erliegen. Nach Milosevics Tod 2006 hat sich die neue Führung um eine Neuausrichtung als moderne Linkspartei bemüht.

Die bisherige Koalitionsregierung war im März am Streit über das Verhältnis zur Europäischen Union und das weitere Vorgehen nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovos zerbrochen.

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