Spätfolge der Mohammed-Karikaturen
Schwedens Außenministerin zurückgetreten

Die Mohammed-Karikaturen haben Schwedens Außenministerin Laila Freivalds das Amt gekostet: Die Sozialdemokratin ist zurückgetreten, nachdem sie zugeben musste, die Abschaltung einer schwedischen Internetseite mit den Karikaturen mit betrieben zu haben.

HB STOCKHOLM. Freivalds erklärte am Dienstag, sie könne nun nicht mehr „seriöse Außenpolitik“ betreiben. Zuvor hatte die Zeitung „Svenska Dagbladet“ herausgefunden, dass die Betreiber der rechtsextremistischen Internetseite von einem hochrangigen Vertreter des Außenministeriums dazu gedrängt wurden, die Site vom Netz zu nehmen. Freivalds hatte zunächst behauptet, davon nichts gewusst zu haben. Später gab sie zu, von ihrem Mitarbeiter vorab eingeweiht worden zu sein.

Die 63-Jährige Freivalds hatte ihr Amt 2003 als Nachfolgerin der ermordeten Anna Lindh übernommen. Sie stand in den Medien seit Monaten heftig wegen zögerlichen Verhaltens im Gefolge der Tsunami-Katastrophe unter Beschuss, bei der mehr als 500 schwedische Urlauber in Thailand starben. Ministerpräsident Göran Persson ernannte seinen Stellvertreter Bosse Ringholm kommissarisch zum Außenminister. Es blieb offen, ob das Amt vor den Parlamentswahlen in sechs Monaten noch regulär besetzt wird.

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