Spaltung in EU und Eurozone

Barroso warnt vor einem zerfallenden Europa

EU-Kommissionspräsident Barroso hat in seiner Europa-Rede vor einer Aufspaltung der Europäischen Union in Eurozone und übrige EU-Staaten gewarnt. Auch Deutschland müsse dann mit wirtschaftlichem Schaden rechnen.
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EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso bei seiner Europarede in Berlin. Quelle: dapd

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso bei seiner Europarede in Berlin.

(Foto: dapd)

BerlinEU-Kommissionpräsident Jose Manuel Barroso hat vor einer Spaltung der EU in die Eurozone und die zehn Nicht-Euro-Staaten gewarnt. „Eine gespaltene Union würde nicht funktionieren“, sagte Barroso in einer „Europa-Rede“ am Mittwochabend in Berlin. Europa stehe vor der Entscheidung, ob es weiter vorangehen oder zerfallen solle. Eine stärkere Integration in der Eurozone bei der Wirtschafts- und Finanzpolitik sei wichtig, dürfe aber nicht auf Kosten der Nicht-Euro-Staaten gehen.

Dies sei nicht fair gegenüber Staaten wie Polen, die auch noch den Euro einführen wollen. „Die EU als Ganze und die Eurozone gehören zusammen.“ Hintergrund ist die Entscheidung der Eurozone im Oktober, sich eine eigene Struktur mit eigenen Gipfeltreffen zu geben. Einige der zehn Nicht-Euro-Staaten hatten sich wegen dieser Entwicklung besorgt gezeigt.

Mit Blick auf die Debatte über eine EU-Vertragsänderung sagte Barroso, dass nicht der langsamste Staat in der EU das Tempo der weiteren Integration bestimmen dürfe. Es müsse eine Absicherung geben für die, die eine weitere Integration nicht mitgehen wollten. Aber niemand in der EU dürfe die anderen an einem Fortschreiten hindern, sagte Barroso ohne einzelne Staaten zu nennen.

Barroso kündigte zugleich an, dass die EU-Kommission eine gemeinsame Rolle mit den Euro-Staaten bei der Kontrolle der Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM und der nationalen Haushalte vorschlagen werde. Nur die Gemeinschaftsmethode, in der die EU-Institutionen eine zentrale Rolle hätten, werde den Zerfall des Binnenmarktes und des Euro verhindern können. „Die reine intergouvernmentale Methode reicht nicht aus“, warnte der Kommissionpräsident mit Blick auf die verstärkten Absprachen der 17 Euro-Regierungen.

Deutschland forderte der EU-Kommissionpräsident auf, seiner Verantwortung in der EU als stärkste Nation gerecht zu werden und die „zentralen Prinzipien der EU“ zu achten. Die Bundesregierung solle „Führung in Partnerschaft“ zeigen. „Führung heißt, etwas möglich zu machen, was nötig ist.“ Barroso warnte zugleich vor Populismus und Nationalismus in der EU. Auch Deutschland könne nicht von einer Spaltung Europas profitieren, sondern würde mit wirtschaftlichen Einbrüchen rechnen müssen. Es könne keinen Frieden und Wohlstand im Norden Europas geben, wenn es diese nicht auch im Süden und Osten des Kontinents gebe.

  • rtr
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15 Kommentare zu "Spaltung in EU und Eurozone: Barroso warnt vor einem zerfallenden Europa"

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  • Jungs bald wird es jämmerlich haben die vergessen das Frankreich seine Banken und mehr verliert wenn Italien und Co.Baden-gehen !Die Heuschrecken kommen wenn Cameron und Obama Sie Rufen Sie haben nur Muffe vor China !die machen das mit Zuhilfenahme der 9000 Hedgefonds und Ihrer Banken jemehr der Euro gegeüber dem Dollar fällt um so brutaler wird die Inflation in der Eurozone ! Verstanden

  • Klartext haben jetzt ein Paar Endlich verstanden das der Schulden-berg zu Groß ist der alle in den Abgrund Stürtzen läst !es ist besser für alle ein Kern-Europa mit nur 8 Staaten zubauen damit Ruhe am Finanz-Markt einzieht !dann ist das Futter für die Heuschrecken weg !Sie können ja nach Obama-Land aber da wissen Sie das daß Papier nur Heizwert hat !

  • @macciavelli: Staaten können einen Außenhandelsüberschuss nicht an irgend eine Stelle überweisen, weil Staatshaushalte gar keinen Zugang dazu haben. Exporte sind Verkäufe von inländischen Unternehmen an ausländische Unternehmen. Profite landen zu 100% bei den Unternehmen und deren Aktionären. Und selbst, wenn man die Gewinne inländischer Unternehmen abschöpfen könnte: Dann würden nach ihrem Modell Profite bestraft und Defizite belohnt. Wo bleibt da die Motivation? Wie Motivation und eine Lösung aussehen kann, zeigt bandbreitenmodell.de/vision

  • @ Steuerzahler.
    nicht so pessimistisch sein.
    Im Prinzip haben wir sogar zwei Möglichkeiten um aus dieser schwierigen Lage raus zukommen.
    1. Die Verträge werden so geändert dass die Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite neutralisiert werden, das heißt ein Land darf prinzipiell nur soviel importieren wie es exportiert (keine Defizite möglich) folglich würde dann nur so viel exportiert wie importiert wird (keine Überschüsse möglich). Der unvermeidbaren Jahressendeüberschuss wird von der (Bundes)Nationalbank an die EZB überwiesen und wird in den Maßen wie es abgebaut wird erstattet. Was langfristig zu einer Wirtschaftskonvergenz zwischen den Euroländer führen würde
    Oder
    2. Wiedereinführung der nationalen Währungen parallel zum EURO aber mit flexiblen Wechselkurse, wie zur Zeit der fiktiven Währung ECU. Mit dem Unterschied dass der Euro weiter als gültige Währung besteht. (z.Bsp. Griechenland würde die Staatsbediensteten sofort mit dem wiedereingeführten Drachme bezahlen können)
    Eine Zweispaltung scheint mir nicht sinnvols weil die Wirtschaftskraft der Länder veränderbar ist, das würde ein Umspringen von dem einen Euro in den Anderen als Folge haben.
    Die Wirtschaftskraft eines Landes ist zwar abhängig von unveränderbaren Standortsvorteile aber auch vom Umfeld und anderen auch veränderbaren Faktoren. Als Beispiel kann man die wirtschaftliche Entwicklung der ehemaligen Ostblockländer, was Deutschland mehr Vorteile gebracht hat als z.Bsp. Frankreich, Italien, Portugal und Griechenland.
    Noch schlimmer ist aber dass eine Zweispaltung der Eurozone sehr schnell auch eine politische Zweispaltung Europas folgen würde.

  • Das gebildete Provisorium BRD hat von seinen Nachbarn soviel Bleigewichte an den Hals bekommen das es damit beschäftigt ist sich halbwegs aufrecht zu halten. Knechtschaft und die dazugehörigen EU- Staaten haben dafür gesorgt das Michel vom Euro am meisten profitiert. Nun wird er von der eigenen Lumpenelite und den Moloch vereinigte Staaten Europa so richtig abgemolcken. Sollte es zu Änderungen kommen, weil Michel den Betrug durchschaut steht er sofort isoliert da und die Nazikeule wird herrausgeholt. Das ist die Ausgangslage. Allein der Gedanke das DE sich eine Verfassung geben wollte würde in der jetzigen Situation den EU - Moloch angst machen. Die EU ist nicht legitimiert trotz aller Versuche das zu vertuschen.

  • Ist ein unglaubliches Schauspiel, was da auf unterschiedlichen Ebenen und von untersch. Leuten kundgetan und gemacht wird in den letzten 30 Tagen. Kenne ich noch von 88/89. Es fing langsam an und die Geschwindigkeit wurde immer höher.
    Man hatte doch keine Change die DDR zu halten. Mal sehen, wie es jetzt ausgeht.

  • Ich warne vor dem Maoisten Barroso, aber vor allen Dingen warne ich seit Jahren vor der Fehlkonstruktion EUro und der kriminellen EU Junta in Brüssel.

    KEIN EUro KEINE KRISE

    Weg mit der Diktatwährung EUro und vor allen Dingen weg mit der parasitären EU Junta.

    Einfach nur widerwärtiges Geschmeiß, welches in den Politbüros in Brüssel haust.

    http://julius-hensel.com/tag/barroso-maoist/


    Die Vertreter der sozialdemokratischen Vision wollen dem Zentralstaat, d.h. Brüssel, immer weitere Macht zuschustern. Der Grossteil der politischen Klasse, Bürokraten, Interessengruppen und subventionierte Sektoren wollen einen Zentralstaat schaffen, mit dessen Hilfe sie sich auf Kosten der produktiven Wirtschaft bereichern können. Dabei betrachten sie die Schaffung eines Zentralstaats als eine alternativlose Notwendigkeit, die nur eine Frage der Zeit ist.
    Die souveränen Staaten werden schliesslich Brüssels Untertan.
    Der alte Plan eines Zentralstaats in Europa war historisch schon von Verbrechern wie Napoleon, Hitler und Stalin verfolgt worden.

    Unter der neuen Variante sind keine militärischen Mittel mehr nötig, lediglich politische. Das trojanische Pferd dazu ist der EUro. Aus taktischer Sicht
    werden Krisensituationen genutzt, um neue zentrale Institutionen zu beleben oder die Macht bestehender Institutionen zu vergrössern.
    Um dieses Ziel zu erreichen werden Gesetze und Verträge von den kriminellen Verantwortlichen in der EU und in der EZB gebrochen und die Demokratie mit Füßen getreten.
    Die Möglichkeit dazu lieferte der Mauerfall selbst. Hinter den Kulissen trafen
    die Regierungschefs folgende Vereinbarung: Deutschland akzeptierte die Euroeinführung und erhielt dafür die französische Zustimmung zur Wiedervereinigung.
    Mit dem Euro haben die Vertreter eines sozialdemokratischen Europas einen wichtigen Teilsieg errungen.
    Sein Ende wäre das vorläufige Aus der geplanten antidemokratischen EUdssr. Daher verteidigen Etatisten den Euro mit allen Mitteln.

  • @Schulz
    Frankreich will natürlich mit in den Nord-Euro, das ist der Verhandlungsgegenstand. Das Frankreich-Rating steht auf dem Spiel!

  • Lieber Herr Barroso, Wie praktisch, daß ich sie direkt gewählt habe, so das sie überhaupt die Legitimation haben über mich und meine Familie zu sprechen. Sehr praktisch auch, daß es in Deutschland eine Volksabstimmung über die Einführung des Euros gab. Die gabs es übrigens in Frankreich und Holland mit einem NEIN, aber das war ihnen in Brüssel egal. Sie sind auch sehr vorsichtig, jedweden "Nationalismus" im vornherein zu verdammen. Wär käme denn im Zeitalter des Globalen Korporationismus auf die Idee eine Nation über sich alleine entscheiden zu lassen. Es hat alles gefälligst auf die Großunternehmen, Millardäre (und aufwärts) und auf die privaten Geldschöpfer (gemeinhin als Banken bekannt) zu hören. NEIN DANKE! Wenn Sie mal ein wirklich Gutes tun möchten, führen sie einfach (in der Zentralistischen EU ist das ohne großes Auflebens möglich) doch das www.bandbreitenmodell.de ein. Dann ist aus die Maus mit Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und Wichtigkeit der Banken."

  • Lieber Herr Barroso, Wie praktisch, daß ich sie direkt gewählt habe, so das sie überhaupt die Legitimation haben über mich und meine Familie zu sprechen. Sehr praktisch auch, daß es in Deutschland eine Volksabstimmung über die Einführung des Euros gab. Die gabs es übrigens in Frankreich und Holland mit einem NEIN, aber das war ihnen in Brüssel egal. Sie sind auch sehr vorsichtig, jedweden "Nationalismus" im vornherein zu verdammen. Wär käme denn im Zeitalter des Globalen Korporationismus auf die Idee eine Nation über sich alleine entscheiden zu lassen. Es hat alles gefälligst auf die Großunternehmen, Millardäre (und aufwärts) und auf die privaten Geldschöpfer (gemeinhin als Banken bekannt) zu hören. NEIN DANKE! Wenn Sie mal ein wirklich Gutes tun möchten, führen sie einfach (in der Zentralistischen EU ist das ohne großes Auflebens möglich) doch das www.bandbreitenmodell.de ein. Dann ist aus die Maus mit Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und Wichtigkeit der Banken.

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