Spanien behält Sitz
González-Páramo beerbt Solans im EZB-Direktorium

Die Nachfolge des Ende Mai aus dem Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) ausscheidenden Spaniers Eugenio Domingo Solans ist geregelt. Die Finanzminister der Eurozone einigten sich am Donnerstagabend in Brüssel darauf, Solans durch seinen Landsmann José Manuel González-Páramo zu ersetzen. González-Páramo ist Mitglied des Exekutivrats der Bank von Spanien. Auf einen Nachfolger für den scheidenden IWF-Chef Horst Köhler konnten sich die Minister allerdings nicht einigen. Eugenio Domingo Solans wird zum 31. Mai ausscheiden.

HB BRÜSSEL. Der Beschluss im Kreise seiner Kollegen sei einstimmig gefallen, sagte der irische Ressortchef Charlie McCreevy als amtierender Vorsitzender der Ministerrunde. González-Páramo (45) setzte sich gegen Kandidaten aus Belgien und Irland durch.

In den weiteren Ernennungsprozess sind das Europäische Parlament und die EZB selbst eingebunden. Die letzte Entscheidung liegt bei den Staats- und Regierungschefs der EU. Sie bestätigten bisher stets die Vorschläge ihrer Finanzminister. Domingo Solans' Ressort bei der Zentralbank umfasst Banknoten, Statistik und Informationstechnik.

Keine Entscheidung fiel zu einem europäischen Kandidaten für die Nachfolge von Horst Köhler an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Köhler kandidiert für das Amt des Bundespräsidenten.

Teilnehmer der Sitzung berichteten, es seien keine Namen genannt worden. „Es saß ein guter Kandidat am Tisch“, sagte ein Minister mit Blick auf den spanischen Wirtschaftsminister Rodrigo Rato, dem bisher eine Favoritenrolle zufiel. Da ein Landsmann den Topposten bei der EZB bekommen soll, dürften Ratos Chancen allerdings sinken. Allerdings sei Rato, der wegen des baldigen Regierungswechsels in Madrid nur noch wenige Wochen amtieren wird, nicht aus dem Rennen, hieß es nach dem Treffen.

Dem Vernehmen nach hat Paris Vorbehalte gegen den Kandidaten aus Madrid. Nach einem ungeschriebenen Gesetz wird die IWF-Spitze von einem Europäer besetzt, während die Weltbank traditionell von einem Amerikaner geführt wird. Allerdings gibt es aus Schwellenländern und Entwicklungsländern aus Asien, Lateinamerika und Afrika Kritik; sie fordern ein offenes und transparentes Wahlverfahren für die IWF- Spitze.

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