Spanien kritisiert Durão Barrosos Haltung zum Irak-Konflikt
Portugals Regierungschef Favorit für Prodi-Nachfolge

Portugals Ministerpräsident José Manuel Durão Barroso wird nach Angaben der Lissaboner Zeitung „Público“ immer mehr zum Favoriten für die Nachfolge von Romano Prodi als Präsident der EU-Kommission. Nur Spanien habe noch ernsthafte Vorbehalte gegen den konservativen Regierungschef wegen dessen proamerikanischer Haltung im Irak-Konflikt, schrieb das angesehene Blatt am Dienstag.

HB LISSABON. Die bisherigen Kandidaten, der belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt und der britische EU-Kommissar Chris Patten, hätten keine Aussicht, die Zustimmung der EU-Staaten zu erhalten. Durão Barroso zeichne sich daher zunehmend als möglicher Kompromiss-Kandidat ab, meint die Zeitung. Vor allem der britische Premierminister Tony Blair mache sich für ihn stark.

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder oder der französische Staatspräsident Jacques Chirac hätten bisher keine Einwände vorgebracht. Der Portugiese erfülle die wichtigsten Kriterien für die Prodi-Nachfolge: Er stamme aus dem Kreis der Regierungschefs, er gehöre dem konservativen Lager an und er komme aus einem kleinen EU-Land.

Spaniens sozialistische Regierung störe sich allerdings daran, dass Durão Barroso im vorigen Jahr am Azoren-Gipfel teilgenommen habe, auf dem US-Präsident George W. Bush, Blair und der damalige spanische Ministerpräsident José María Aznar den Beginn des Irak-Kriegs beschlossen hatten. „Dieses Foto von den Azoren verdirbt alles“, zitiert das Blatt einen EU-Diplomaten.

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