Spanien macht Fatah al-Islam verantwortlich
Sechs Tote bei Anschlag auf UN-Streife im Libanon

Bei einem Bombenanschlag auf eine Patrouille der UN-Truppen im Libanon (UNIFIL) sind am Sonntag sechs spanische Soldaten ums Leben gekommen. Das Verteidigungsministerium in Madrid hat indes die palästinensische Extremistengruppe Fatah al-Islam verantwortlich gemacht.

HB BEIRUT/MADRID. Zwei Soldaten wurden verletzt, teilte der Madrider Verteidigungsminister José Antonio Alonso mit. Insgesamt wurden am Wochenende im Libanon mindestens 20 Menschen getötet. Zehn Menschen, unter ihnen ein zehnjähriges Mädchen, starben nach Armeeangaben in der Nacht zum Sonntag bei einer Schießerei zwischen Regierungssoldaten und palästinensischen Extremisten in einem Wohnhaus in der nördlichen Hafenstadt Tripoli.

Der Bombenanschlag auf die Patrouille des spanischen Kontingents der UN-Truppen im Libanon (UNIFIL) ereignete sich am späten Nachmittag nahe der südlibanesischen Ortschaft Mardschajun. Bei der Vorbeifahrt des gepanzerten Fahrzeugs der Spanier explodierte eine Autobombe oder ein anderer Sprengsatz, der per Fernzündung zur Detonation gebracht worden sei, sagte Alonso. Der Minister schloss es aus, dass die Soldaten auf eine ältere Mine gefahren waren. Er sprach von einem gezielten Terrorakt. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

„Die spanischen Friedenshüter werden ihre Arbeit trotz des Anschlags fortsetzen“, sagte ein Sprecher der spanischen Blauhelm- Truppe im Libanon. „Es gibt keine Pläne, das Gebiet zu verlassen.“ Die Opfer waren junge Militärs im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. Drei von ihnen waren gebürtige Kolumbianer, die die spanische Staatsbürgerschaft angenommen hatten.

Die UNIFIL-Truppe beobachtet im Südlibanon die Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Sie soll auch den Schmuggel von Waffen an die Hisbollah unterbinden.

US-Außenministerin Condoleezza Rice und der französische Außenminister Bernard Kouchner verurteilten in Paris das Attentat auf die spanischen UN-Soldaten. „Es ist wichtig, dass der Krieg beendet wird“, sagte Rice am Sonntag in Paris. „Die politische Lage im Libanon ist schwierig, aber es gibt eine gewählte Regierung, und es sollte ihr ermöglicht werden, zu funktionieren“, betonte Rice. Auch Israels Außenministerin Zipi Liwni bedauerte das Blutvergießen in einem Telefonat mit ihrem spanischen Kollegen Miguel Angel Moratinos.

Die Hisbollah-Bewegung verurteilte in einer ersten Stellungnahme den Angriff. Es handelte sich um den ersten Anschlag gegen UN- Soldaten, seit das Mandat der UNIFIL nach Beendigung des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah im vergangenen Sommer auf die Entwaffnung der Milizen im Südlibanon ausgedehnt worden war. Zuletzt hatte die der El Kaida nahe stehende palästinensische Extremistenorganisation Fatah al-Islam mit Anschlägen gegen die UNIFIL im Südlibanon gedroht.

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