Spanien Regierung verschärft Grenzkontrollen wegen Puigdemont

Der spanische Innenminister befürchtet, dass der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont heimlich ins Land einreisen könnte. Aus diesem Grund hat Spanien die Grenzkontrollen verschärft.
Update: 23.01.2018 - 16:02 Uhr Kommentieren
Spanien: Regierung verschärft Grenzkontrollen wegen Puigdemont Quelle: dpa
Carles Puigdemont

Gegen den ehemaligen katalanischen Regierungschef liegt ein Haftbefehl vor, der bei einer Einreise direkt vollzogen würde.

(Foto: dpa)

MadridSpanien hat nach den Worten von Innenminister Juan Ignacio Zoido die Grenzkontrollen verschärft, um eine heimliche Rückkehr des katalanischen Separatistenführers Carles Puigdemont zu verhindern. Er befürchte, dass Puigdemont versuchen werde, unerkannt nach Barcelona zu gelangen, um sich vom Parlament zum Regierungschef wählen zu lassen, sagte Zoido am Dienstag. „Wir stellen sicher, dass dies nicht passieren wird - an den Grenzen, innerhalb der Grenzen, überall“, sagte der Minister im Fernsehen. Die Behörden seien Tag und Nacht auf der Hut, um jeglichen Versuch Puigdemonts zu verhindern, unentdeckt ins Land zu kommen. „Wir verhindern, dass er reinkommt, auch nicht im Kofferraum eines Autos.“

Gegen den abgesetzten katalanischen Regierungschef liegt ein Haftbefehl vor, er würde bei einem Grenzübertritt sofort festgenommen. Die Zentralregierung wirft Puigdemont vor, mit einem Referendum über die Abspaltung Kataloniens und die Unabhängigkeitserklärung gegen die spanische Verfassung verstoßen zu haben. Um einer Verhaftung zu entgehen, setzte sich Puigdemont mit einigen Mitstreitern aus der abgesetzten Regierung im Oktober nach Belgien ab.

Die von der Zentralregierung angesetzten Neuwahlen in Katalonien fielen aber nicht in ihrem Sinne aus. Wieder erzielten die Separatisten eine Mehrheit. Puigdemont soll wieder ihr Präsident werden. Die spanischen Behörden wollen nun verhindern, dass er sich in Barcelona zur Wahl stellt.

Bei einem Besuch in Dänemark sagte Puigdemont am Dienstag, seine Rückkehr nach Barcelona wäre gut für die Demokratie in Spanien. Nach eigenem Bekunden plane der katalanische Ex-Regierungschef die Rückkehr in seine Heimat. Dort wolle er sich vom Regionalparlament wieder an die Regierungsspitze wählen lassen, sagte Puigdemont. „Es ist mein Ziel. Ich arbeite darauf hin.“ Wann oder wie er das bewerkstelligen will, sagte er allerdings nicht.

Am Montag hatte Parlamentspräsident Roger Torrent ihn als einzigen Kandidat für die Wahl präsentiert, die bis zum 31. Januar stattfinden soll.

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